Forschungsarbeit: Ideologien und Kultur im 20. Jahrhundert in Europa

Ideologien und Kultur im 20. Jahrhundert in Europa

Schriften zur Kultur­geschichte, Band 44

Hamburg 2017, 214 Seiten
ISBN 978-3-8300-9603-0

Bertrand Russell, Dichtkunst, Emmanuel Levinas, Europa, Geschichte, Ideologien, Jacques Derrida, Jean Francois Lyotard, John Dewey, John Rawls, Jürgen Habermas, Karl Raimund Popper, Katholische Kirche, Kulturgeschichte, Literatur, Ludwig Wittgenstein, Michael Walzer, Naturwissenschaft, Philosophie, Politik, Protestantische Kirchen, Richard Rorty, Soziologie, Theologie, William James

Zum Inhalt

Dieses Werk gibt einen Überblick über die Kulturgeschichte Europas im 20. Jahrhundert. In den Blick genommen werden vor allem die Ideengeschichte der Philosophie, die großen politischen Ideologien, die Lebenswelten der Religion, die Dynamik der Naturwissenschaften sowie die Literatur und Dichtkunst in den einzelnen Regionen. Dargestellt werden die kulturellen Prozesse in West- und in Osteuropa, aber auch im Norden und im Süden des Kontinents.

Die europäische und die westliche Kultur zeigten im 20. Jh. eine überaus starke Dynamik und eine fast unüberschaubare Vielfalt der Entwicklungen. In diesem Buch wird „Kultur“ sehr weit verstanden, weil sie immer vernetzt ist mit wissenschaftlichen Erkenntnissen, mit philosophischen Leitideen, mit bestimmten Weltdeutungen und mit politischen Zielsetzungen. Die Sichtweise des Buches folgt einigen Grundannahmen der Pragmatischen Philosophie, des Kritischen Rationalismus und des postmodernen Denkens. In den Blick kommen soziale Dynamiken und wirtschaftliche Entwicklungen, Erkenntnisse der empirischen Wissenschaften, philosophische Leitideen, religiöse Lebensformen, die großen politischen Ideologien, das Kunstschaffen in Literatur und Dichtung.

Besonders beleuchtet werden die kulturellen Lernprozesse und die politischen Entwicklungen von den aristokratischen und autoritären Staatsformen über die totalitären Diktaturen bis hin zu den demokratischen Lebenswelten und Lebensformen. Insgesamt erscheint das 20. Jh. als die Zeitepoche der großen Ideologien und der langzeitigen Diktaturen, der großen Kriege und Zerstörungen, der Völkermorde und der Vertreibungen, des gefährlichen „Kalten Krieges“, aber auch des kulturellen und des politischen Lernens, der sukzessiven Demokratisierung und der allgemeinen Menschenrechte, der Emanzipation der Frauen und der Relativierung des Patriarchats.

Gaben am Anfang des Jh. in Europa vor allem die Nationalisten, die Antisemiten, die Imperialisten, die Rassenlehrer, die Bellizisten, die Militaristen und die Polemologen den politischen Ton an, so wurden in der zweiten Hälfte dieser Zeitepoche die Vordenker der Humanität und der allgemeinen Menschenrechte, die Vertreter der Demokratie und des Rechtsstaates und die Politiker der Friedenserhaltung lebensbestimmend. In vielen Ländern mussten mehrmals politische und kulturelle Brüche und Kehrtwendungen vollzogen werden.

Zu den großen Vordenkern des kulturellen und des politischen Lernens gehören in der Tradition der europäischen Aufklärung und der Freidenker Bertrand Russell, William James, John Dewey, Ludwig Wittgenstein, Karl Raimund Popper, Jürgen Habermas, Richard Rorty, Jean Francois Lyotard, Emmanuel Levinas, Jacques Derrida, Michael Walzer, John Rawls u.a. Sie haben mit ihren Denkmodellen die Grundintentionen der kritischen Philosophie weitergetragen und in der Gesellschaft verbreitet.

In den letzten Jahrzehnten ist die europäische Kultur intensiver in den politischen und wirtschaftlichen Austausch mit den Kulturen Asiens, Afrikas und Lateinamerikas eingetreten. Mit der fortschreitenden Globalisierung der Wirtschaft und der Wissenschaften weiten sich die geistigen Horizonte, eine Interkulturelle Philosophie sucht heute die Begegnung mit fremden Kulturen auf gleicher Augenhöhe. Diese Entwicklungen der europäischen Kultur sollen in diesem Buch übersichtlich und nachhaltig nachgezeichnet werden. Der Schwerpunkt liegt auf den philosophischen und religiösen Ideen, sowie auf den großen Ideologien dieser Zeitepoche.



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