Coverabbildung: Forschungsarbeit, „Deistischer Agnostizismus“ von Dietmar Langer

Dietmar Langer Deistischer Agnostizismus

Zur Analogie zwischen Gott und unserem Geist

Hamburg 2020, 204 Seiten

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Zum Inhalt

Im Untertitel wird eine Ähnlichkeit zwischen Gott und unserem Geist und somit zwischen einer außerweltlichen (externen) und innerweltlichen (immanenten) Transzendenz angesprochen, aber es wird damit nicht mehr angenommen, dass unser Geist ein Ebenbild Gottes sei.

Im Grunde wissen wir rein gar nichts über Gott und auch nicht wie unser Geist zustande kommt. Die metaphysische Annahme lautet folglich: Gott übersteigt die ganze Welt (= Natur und Kultur), unser Geist transzendiert bloß die Natur. Wegen dieser Transzendenzen besteht die Analogie darin, dass Gott und unser Geist weder völlig begreifbar noch in ihren Ursachen fassbar sind. Dagegen ist unser Geist in Wirkungen zugänglich, er bewirkt z.B. Denken, Glauben, Fühlen, Wollen und Handeln und erschafft damit Kultur. Ob und wie Gott auch in Wirkungen zum Ausdruck kommt, steht zur Diskussion, wobei folgende markante Auffassungen zu Wort kommen, und zwar von Albert, Beckermann, Dawkins, Dennebaum, Detel, Dürr, Dworkin, Einstein, Fahr, Geißler, Habermas, Hawking, Herrmann, Illing, Küng, Popper, Ratzinger, Riedl, Strasser und Tetens.

Im Buch werden diese Vorgaben erörtert, woraus sich ein deistischer Agnostizismus aus den Grauzonen zwischen Deismus und Agnostizismus herauskristallisiert. Dabei wird nach einigen Zwischenstationen der Deismus dem Theismus aus guten Gründen vorgezogen, vor allem weil Theisten mit ihrem Gottesbegriff das Übel in der Welt nicht überzeugend verständlich machen können.

Im Atheismus wird zwar erklärt, dass das Übel existiert, weil es gar keinen Gott gibt, aber für den Atheismus kann auch nicht plädiert werden, weil die Existenz eines Gottes (noch?) nicht widerlegt worden ist, und weil der Atheismus im Rückbezug auf den strengen Naturalismus (noch?) nicht überzeugend beantworten kann, warum die Welt überhaupt existiert.

Vielmehr wird ein deistischer Agnostizismus entwickelt und begründet, der den agnostischen Deismus und den religiösen Agnostizismus umfasst. Ein deistischer Agnostiker kann Gott zwar nicht erkennen, kann aber nicht ausschließen, dass er möglicherweise existiert. Er hält sich jedoch offen, ob er an ihn glauben soll. Glaubt er nicht an Gott, sondern bloß an das immanent Gute, so ist er ein religiöser Agnostiker. Glaubt er an das Gute und an Gott, so ist er ein agnostischer Deist, der auch das Übel in der Welt plausibel machen kann, weil für ihn Gott als Weltenschöpfer, nicht aber als Weltenlenker in Frage kommt.

Aus der Unzulänglichkeit von Theismus und Atheismus folgt zwar nicht zwingend der deistische Agnostizismus, aber umgekehrt folgt aus diesem, dass die ersten beiden unzulänglich sind.

Bibliografische Daten

Autor Dietmar Langer
Titel Deistischer Agnostizismus
Untertitel Zur Analogie zwischen Gott und unserem Geist
Seiten 204
Erscheinungsjahr 2020
Erscheinungsdatum 06.05.2020
Ort Hamburg
ISBN (Print) 978-3-339-11314-6
eISBN (eBook) 978-3-339-11315-3
Schriftenreihe BOETHIANA – Forschungsergebnisse zur Philosophie
Band 162

Über Dietmar Langer

Dietmar Langer, geboren 1952 in Dentlein am Forst, ist Diplom-Pädagoge mit langjähriger Erfahrung in schulischer und hochschulischer Lehre. Von 1979 bis 2010 war er als Realschullehrer für Mathematik und Sport tätig, häufig auch in der Funktion des Klassenlehrers. Zwischen 2009 und 2014 lehrte er Allgemeine Pädagogik an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg.

Seine wissenschaftliche Publikationstätigkeit begann in den 1980er-Jahren mit Beiträgen zur Sportdidaktik. Seit Mitte der 1990er-Jahre liegt sein Schwerpunkt auf erziehungsphilosophischen Fragen. Er veröffentlichte zahlreiche Fachaufsätze und Rezensionen, vor allem in der *Pädagogischen Rundschau*, wo er auch zwei Themenhefte verantwortete: eines zur Beziehung von Selbstbestimmung und Glauben (2019), ein weiteres zur Rolle der Erziehungsphilosophie in der Gegenwart (2023).

Bislang sind 29 Buchveröffentlichungen erschienen, darunter mehrere aktuelle Titel im Verlag Dr. Kovač, zuletzt Erziehung zur Vernunft. Irrtümer in der Theorie der Personwerdung und inwieweit wir uns langsam empor irren (2025), Evolution >und< Schöpfung – aber welche? (2024), der von ihm herausgegebene Sammelband Pädagogische Metaphysik (2024) sowie Warum die Erziehung des Geistes nicht veraltet ist (2023).

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