Forschungsarbeit: Deistischer Agnostizismus

Deistischer Agnostizismus

Zur Analogie zwischen Gott und unserem Geist

BOETHIANA – Forschungsergebnisse zur Philosophie, Band 162

Hamburg , 204 Seiten

ISBN 978-3-339-11314-6 (Print)
ISBN 978-3-339-11315-3 (eBook)

Zum Inhalt

Im Untertitel wird eine Ähnlichkeit zwischen Gott und unserem Geist und somit zwischen einer außerweltlichen (externen) und innerweltlichen (immanenten) Transzendenz angesprochen, aber es wird damit nicht mehr angenommen, dass unser Geist ein Ebenbild Gottes sei. Im Grunde wissen wir rein gar nichts über Gott und auch nicht wie unser Geist zustande kommt. Die metaphysische Annahme lautet folglich: Gott übersteigt die ganze Welt (= Natur und Kultur), unser Geist transzendiert bloß die Natur. Wegen dieser Transzendenzen besteht die Analogie darin, dass Gott und unser Geist weder völlig begreifbar noch in ihren Ursachen fassbar sind. Dagegen ist unser Geist in Wirkungen zugänglich, er bewirkt z.B. Denken, Glauben, Fühlen, Wollen und Handeln und erschafft damit Kultur. Ob und wie Gott auch in Wirkungen zum Ausdruck kommt, steht zur Diskussion, wobei folgende markante Auffassungen zu Wort kommen, und zwar von Albert, Beckermann, Dawkins, Dennebaum, Detel, Dürr, Dworkin, Einstein, Fahr, Geißler, Habermas, Hawking, Herrmann, Illing, Küng, Popper, Ratzinger, Riedl, Strasser und Tetens.

Im Buch werden diese Vorgaben erörtert, woraus sich ein deistischer Agnostizismus aus den Grauzonen zwischen Deismus und Agnostizismus herauskristallisiert. Dabei wird nach einigen Zwischenstationen der Deismus dem Theismus aus guten Gründen vorgezogen, vor allem weil Theisten mit ihrem Gottesbegriff das Übel in der Welt nicht überzeugend verständlich machen können. Im Atheismus wird zwar erklärt, dass das Übel existiert, weil es gar keinen Gott gibt, aber für den Atheismus kann auch nicht plädiert werden, weil die Existenz eines Gottes (noch?) nicht widerlegt worden ist, und weil der Atheismus im Rückbezug auf den strengen Naturalismus (noch?) nicht überzeugend beantworten kann, warum die Welt überhaupt existiert. Vielmehr wird ein deistischer Agnostizismus entwickelt und begründet, der den agnostischen Deismus und den religiösen Agnostizismus umfasst. Ein deistischer Agnostiker kann Gott zwar nicht erkennen, kann aber nicht ausschließen, dass er möglicherweise existiert. Er hält sich jedoch offen, ob er an ihn glauben soll. Glaubt er nicht an Gott, sondern bloß an das immanent Gute, so ist er ein religiöser Agnostiker. Glaubt er an das Gute und an Gott, so ist er ein agnostischer Deist, der auch das Übel in der Welt plausibel machen kann, weil für ihn Gott als Weltenschöpfer, nicht aber als Weltenlenker in Frage kommt. Aus der Unzulänglichkeit von Theismus und Atheismus folgt zwar nicht zwingend der deistische Agnostizismus, aber umgekehrt folgt aus diesem, dass die ersten beiden unzulänglich sind.

Ihr Werk im Verlag Dr. Kovač

Bibliothek, Bücher, Monitore

Möchten Sie Ihre wissenschaftliche Arbeit publizieren? Erfahren Sie mehr über unsere günstigen Konditionen und unseren Service für Autorinnen und Autoren.

Weitere Bücher des Autors

Forschungsarbeit: Möglichkeiten und Probleme der Vernunft

Möglichkeiten und Probleme der Vernunft

Hans Albert gegen Karl-Otto Apel und gegen Hans Küng

Hamburg , ISBN 978-3-339-12286-5 (Print), ISBN 978-3-339-12287-2 (eBook)


Forschungsarbeit: Immanenz – Kontingenz – Transzendenz

Immanenz – Kontingenz – Transzendenz

Zur Rationalität des religiösen Glaubens und des Glaubens an die Vernunft

Hamburg , ISBN 978-3-339-11936-0 (Print), ISBN 978-3-339-11937-7 (eBook)


Sammelband: Ratio und Religion?

Ratio und Religion?

Zur Frage, ob, inwieweit und wie Verstand, Vernunft und Religion miteinander vereinbar sind

Hamburg , ISBN 978-3-339-10848-7 (Print), ISBN 978-3-339-10849-4 (eBook)


Forschungsarbeit: Religiöser Glaube und Selbstbestimmung?

Religiöser Glaube und Selbstbestimmung?

Zur Frage, ob man als Person an Gott glauben muss

Hamburg , ISBN 978-3-339-10754-1 (Print), ISBN 978-3-339-10755-8 (eBook)


Forschungsarbeit: Wollen und Überlegen aus Sicht der Pädagogischen Anthropologie

Wollen und Überlegen aus Sicht der Pädagogischen Anthropologie

Zum Verhältnis von Wünschen, Entschließen und Handeln und seiner Bedeutung für die Erziehung zur Vernunft

Hamburg , ISBN 978-3-339-10638-4 (Print), ISBN 978-3-339-10639-1 (eBook)


Forschungsarbeit: Geistiger Körper oder verkörperter Geist?

Geistiger Körper oder verkörperter Geist?

Zur postmodernen Antwort auf die Frage: Was ist der Mensch?

Hamburg , ISBN 978-3-339-10422-9 (Print), ISBN 978-3-339-10423-6 (eBook)


Forschungsarbeit: Vernünftige Welt- und Selbstbezüge

Vernünftige Welt- und Selbstbezüge

Zur Metaphysik der Personwerdung und ihrer Bedeutung für die Pädagogik

Hamburg , ISBN 978-3-8300-9928-4 (Print), ISBN 978-3-339-09928-0 (eBook)


Forschungsarbeit: Persönlichkeit braucht Bildung

Persönlichkeit braucht Bildung

Zur Urrelation zwischen Mensch und Welt sowie ihrer Bedeutung für die Personwerdung

Hamburg , ISBN 978-3-8300-9855-3 (Print), ISBN 978-3-339-09855-9 (eBook)


Forschungsarbeit: Ratio und Vorratio

Ratio und Vorratio

Zum Verhältnis von Verstand, Vernunft, Vorrationalem und Mündigkeit

Hamburg , ISBN 978-3-8300-9700-6 (Print), ISBN 978-3-339-09700-2 (eBook)


Forschungsarbeit: Philosophie für Pädagogen

Philosophie für Pädagogen

Zur postmodernen Auslegung des Verhältnisses von Freiheit, Erziehung und Vernunft

Hamburg , ISBN 978-3-8300-9289-6 (Print), ISBN 978-3-339-09289-2 (eBook)


Forschungsarbeit: Kritischer Personalismus

Kritischer Personalismus

Zur immanenten Transzendenz als anthropologische Grundlage der personalen Handlungstheorie

Hamburg , ISBN 978-3-8300-8695-6 (Print), ISBN 978-3-339-08695-2 (eBook)


Forschungsarbeit: Bildung und Erziehung des Geistes

Bildung und Erziehung des Geistes

Zur philosophischen Theorie der Selbstbildung und Selbsterziehung

Hamburg , ISBN 978-3-8300-8266-8 (Print), ISBN 978-3-339-08266-4 (eBook)


Forschungsarbeit: Das pädagogische Menschenbild

Das pädagogische Menschenbild

Warum es für Erzieher kein letztgültiges Bild vom Menschen geben soll

Hamburg , ISBN 978-3-8300-8001-5 (Print), ISBN 978-3-339-08001-1 (eBook)


Forschungsarbeit: Der pädagogische Gewissensbegriff

Der pädagogische Gewissensbegriff

Zur Theorie einer postmodernen Verantwortungserziehung

Hamburg , ISBN 978-3-8300-7457-1 (Print), ISBN 978-3-339-07457-7 (eBook)

Nach oben ▲