Sammelband: Ratio und Religion?

Ratio und Religion?

Zur Frage, ob, inwieweit und wie Verstand, Vernunft und Religion miteinander vereinbar sind

BOETHIANA – Forschungsergebnisse zur Philosophie, Band 160

Hamburg 2020, 190 Seiten
ISBN 978-3-339-10848-7 (Print), ISBN 978-3-339-10849-4 (eBook)

Divination, Gewissen, Gott, Gottes Ebenbild, Öffentliche Vernunft, Perfektibilität, Philosophie, Rationalität, Religiöser Glaube, Religion, Selbstbestimmung, Vernunft, Verstand

Zum Inhalt

Vernunft und Religion haben gemeinsam, dass beide auf einen zentralen Unterschied zwischen Menschen und Tieren hinweisen. Beispielsweise haben Hunde und Affen – in Grenzen – zwar Verstand, aber weder können sie ‚religiös glauben‘ noch ‚vernünftig sein‘. Dies ist ein Indiz, dass Verstand und Religion mitunter unvereinbar sein können, Vernunft und Religion dagegen schon, jedoch auch nicht immer. Warum dies so ist, steht nach einleitenden Überlegungen zur Klärung an, aber auch, warum Verstand und Vernunft nicht dasselbe sind und erst gemeinsam unsere Ratio ausmachen. Da aber nach wie vor nicht von einer allgemein akzeptierten Begrifflichkeit ausgegangen werden kann, was Religion eigentlich kennzeichnet, wird das Verhältnis von Ratio und Religion ergebnisoffen diskutiert. Daraus ergibt sich, dass die entscheidende Frage nicht lautet, ob beide miteinander vereinbar sind, sondern inwieweit und wie. Hierzu will der Sammelband mit seinen Beiträgen Möglichkeiten und Grenzen aufzeigen.

Zurzeit vollziehen Theologie und Religionspädagogik einen ‚public turn‘. Ulrich Binder reflektiert über Probleme dieser Entwicklung im Kontext öffentlicher Vernunft. Eine Bestandsaufnahme über das Geheimnis der Divination, Religion und Wissenschaft in Sokrates‘, Schleiermachers und Sprangers Pädagogik und Philosophie präsentiert Wolfgang Hinrichs. Anschließend analysiert Wolfgang Halbeis die Selbstbestimmtheit des Menschen und stellt aus gewissenstheoretischer Perspektive die Frage, ob man eigentlich ein Schaf sein muss, wenn der HERR mein Hirte ist. Der komplexe Zusammenhang von Gottesebenbildlichkeit, Perfektibilität und Qualifikation ist Thema von Siegfried Däschler-Seilers Beitrag. Damit kann er aus erziehungsphilosophischer Sicht zeigen, warum Religion als Teil des kulturellen Gedächtnisses unentbehrlich ist. Und die Frage, ob ein religiöser Glaube ausschließlich ein Glaube an Gott sein muss, versucht Dietmar Langer zum Abschluss, dialektisch zu beantworten.



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