Gerhard Stapelfeldt Mythos und Logos
Antike Philosophie von Homer bis Sokrates
2. überarbeitete und ergänzte Auflage
Hamburg 2020, 334 Seiten
Zum Inhalt
Das Verhältnis von Mythos und Logos ist der Philosophie und ihrer Erbin, der Gesellschaftstheorie, fundamental: es geht um die Möglichkeit des Ausgangs aus der bewußtlosen gesellschaftlichen Entwicklung – es geht um die Möglichkeit eines wahren und guten Lebens. So ist das Verhältnis von Mythos und Logos in der Epoche des Liberalismus, in der Epoche der bürgerlichen Revolutionen, von Vico bis Marx aufgenommen worden. In der Zeit des Nationalsozialismus hingegen haben Horkheimer und Adorno das Verhältnis von Mythos und Aufklärung untersucht, um die Frage zu beantworten, warum die Menschheit in der Barbarei versinkt. An der Odyssee Homers vor allem wurde der Umschlag der Aufklärung in einen rationalen Mythos vorgeführt. Der seit 1973/79 herrschende Neoliberalismus hingegen bestimmt sich durch die Abkehr von der Idee der aufklärenden Vernunft und die Apologie des Mythos. So wird das Ende jener Idee des wahren und guten Lebens proklamiert, die die Philosophie seit der Antike bestimmte und die von der Gesellschaftstheorie aufgenommen worden ist.
Der Text entwickelt das Verhältnis von Mythos und Logos an den Anfängen der europäischen Philosophie: an der ‚Entzauberung der Welt’ von Homer bis Sokrates. Der verhandelte Zeitraum umfaßt etwa 350 Jahre: die ‚archaische’ und die ‚klassische Periode’ bis zum Ende der Blütezeit Athens. Die Einleitung expliziert das philosophische und gesellschaftstheoretische Interesse am Verhältnis von Mythos und Logos. Das erste Kapitel skizziert, wirtschafts- und sozialgeschichtlich, die beiden Mechanismen, die die mythologische Welt aufbrechen: Kriege und Handel. Das zweite Kapitel analysiert an der durch Homer und Hesiod überlieferten Mythologie die Merkmale des Mythos und dessen aufklärerischen, philosophischen Gehalt. Das dritte Kapitel gilt den Vorsokratikern, bei denen der Logos erstmals Vorrang vor dem Mythos erlangt. Gegenstand des vorsokratischen Nachdenkens ist die physis, der Kosmos. Das vierte Kapitel würdigt Sokrates als den ersten Philosophen im genauen Sinn: die erste Selbstreflexion der Philosophie, so daß diese wesentlich Sozialphilosophie wird. Insgesamt entwickelt der Text philosophiegeschichtlich die Logik der Aufklärung des Mythos: unbewußter gesellschaftlicher Verhältnisse.
Bibliografische Daten
| Autor | Gerhard Stapelfeldt |
| Titel | Mythos und Logos |
| Untertitel | Antike Philosophie von Homer bis Sokrates |
| Seiten | 334 |
| Erscheinungsjahr | 2020 |
| Erscheinungsdatum | 06.11.2020 |
| Ort | Hamburg |
| Auflage | 2. überarbeitete und ergänzte Auflage |
| ISBN (Print) | 978-3-339-12070-0 |
| eISBN (eBook) | 978-3-339-12071-7 |
| Schriftenreihe | KRITIK UND REFLEXION – Interdisziplinäre Beiträge zur kritischen Gesellschaftstheorie |
| Herausgeber | Prof. Dr. Gerhard Stapelfeldt |
| Band | 22 |
Über Gerhard Stapelfeldt
Gerhard Stapelfeldt studierte von 1969 bis 1974 Architektur an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg und schloss mit dem Diplom-Ingenieur ab. Parallel dazu vertiefte er seine Kenntnisse in Soziologie, Politikwissenschaft, Philosophie und Psychologie an der Universität Hamburg, wo er 1978 promovierte und 1997 habilitierte. Von 1979 bis 2009 lehrte er am Institut für Soziologie der Universität Hamburg mit Schwerpunkt auf Kritik der politischen Ökonomie und Kritischer Theorie der Gesellschaft. Zudem war er zwischen 1990 und 2007 in der Lehre der Gesellschaftswissenschaften an der Fachhochschule Hamburg tätig.
Gerhard Stapelfeldt lehrte bis 2009 als Professor am Institut für Soziologie der Universität Hamburg. Seitdem arbeitet er als freier Schriftsteller in Hamburg.
Der Autor hat bisher 30 Monographien und rund 50 Aufsätze in verschiedenen Fachzeitschriften und Sammelbänden veröffentlicht.
Hier finden Sie ein Gespräch zwischen Gerhard Stapelfeldt & Denis Brodack geführt im März 2025 auf YouTube zu seinem Buch „Das Problem des Anfangs in der Kritik der Politischen Ökonomie von Karl Marx“.
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