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Coverabbildung: Forschungsarbeit, „Antisemitismus nach Auschwitz“ von Gerhard Stapelfeldt

Gerhard Stapelfeldt Antisemitismus nach Auschwitz

Die Wiederkehr des Verdrängten im Neoliberalismus

Hamburg 2026, 406 Seiten

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Zum Inhalt

Die Geschichte des Antisemitismus, die in der nationalsozialistischen Barbarei zu ihrer Konsequenz, aber nicht zu ihrem Ende gelangte, ist die Geschichte paradox konformistischer Revolten. Es ist die Geschichte von Aufständen gegen bestehende Herrschaftsverhältnisse. Es ist die Geschichte der Unterdrückung aller utopischen Hoffnungen auf universale Freiheit und ewigen Frieden, auf Gerechtigkeit und Solidarität. Der antisemitische Aufruhr ist die „Revolution von rechts“.

Auf die Juden wurden, und werden, ausbeuterische Verhältnisse projiziert, die einen Widerstand gegen die Repression provozieren. Auf die Juden wurde, und wird, das Land Ou Tópos projiziert, um es an ihnen zu vernichten. Diese Projektionen sind nicht bloß falsch, sondern erlangen ihre gesellschaftliche Wirkung, weil sie – nach der Erkenntnis der Studies in Prejudice – realitätsgerechte Vorurteile sind. Seit dem Mittelalter sind Juden aus den Gemeinwesen verbannt, zum Handel zwischen den Gemeinwesen verurteilt – aber der Handel ist, bereits nach der antiken Auffassung von Geld und Handel, zugleich Raub und Freiheit von Triebunterdrückung, Existenz nach dem Lustprinzip. Zudem ist nach dem mosaischen Glauben der Gott nicht in die christliche Transzendenz verwiesen, sondern irdisch, auf dem Berg Sinai, erschienen, so daß ein Reich Gottes auf Erden: irdische Freiheit und Gerechtigkeit verheißen ist.

Die Erinnerung von Auschwitz ist daher eine Erkenntnis-, eine Gesellschafts-Utopie: die Utopie eines „vernünftigen Zustands“, in dem die „Versöhnung der Menschheit mit der Natur und mit sich selbst“ (Engels. MEW 1: 505, 509) verwirklicht wäre. Die Verwirklichung der Utopie fordert, ihre theoretische und praktische Negation durch Aufklärung und eine die Welt verändernde Praxis zu begreifen.

Die Aufsätze dieses Bandes kreisen um die Verdrängung von Auschwitz, um die Wiederkehr des Verdrängten im gesellschaftlich ebenso erinnerungs- wie hoffnungslosen Neoliberalismus.

Unmittelbarer Anlass der Publikation ist der 7. Oktober 2023 und der danach wiederum manifestierte Antisemitismus, gerichtet gegen die Kriegführung Israels in Gaza, aber offenbar längst vorhanden und aufgestaut. Was als Pro-Palästina-Protest proklamiert wird, ist oft ein Pro-Hamas-Protest, der den Vernichtungswillen der Terror-Organisation bisweilen offen vor sich her trägt.

Die Texte erscheinen zum Jahrestag der Befreiung von Auschwitz durch die Rote Armee am 27. Januar 1945.

Bibliografische Daten

Autor Gerhard Stapelfeldt
Titel Antisemitismus nach Auschwitz
Untertitel Die Wiederkehr des Verdrängten im Neoliberalismus
Seiten 406
Erscheinungsjahr 2026
Erscheinungsdatum 16.04.2026
Ort Hamburg
ISBN (Print) 978-3-339-14916-9
eISBN (eBook) 978-3-339-14917-6
Schriftenreihe KRITIK UND REFLEXION – Interdisziplinäre Beiträge zur kritischen Gesellschaftstheorie
Herausgeber Prof. Dr. Gerhard Stapelfeldt
Band 26

Über Gerhard Stapelfeldt

Gerhard Stapelfeldt studierte von 1969 bis 1974 Architektur an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg und schloss mit dem Diplom-Ingenieur ab. Parallel dazu vertiefte er seine Kenntnisse in Soziologie, Politikwissenschaft, Philosophie und Psychologie an der Universität Hamburg, wo er 1978 promovierte und 1997 habilitierte. Von 1979 bis 2009 lehrte er am Institut für Soziologie der Universität Hamburg mit Schwerpunkt auf Kritik der politischen Ökonomie und Kritischer Theorie der Gesellschaft. Zudem war er zwischen 1990 und 2007 in der Lehre der Gesellschaftswissenschaften an der Fachhochschule Hamburg tätig.

Gerhard Stapelfeldt lehrte bis 2009 als Professor am Institut für Soziologie der Universität Hamburg. Seitdem arbeitet er als freier Schriftsteller in Hamburg.

Der Autor hat bisher 30 Monographien und rund 50 Aufsätze in verschiedenen Fachzeitschriften und Sammelbänden veröffentlicht.

Hier finden Sie ein Gespräch zwischen Gerhard Stapelfeldt & Denis Brodack geführt im März 2025 auf YouTube zu seinem Buch „Das Problem des Anfangs in der Kritik der Politischen Ökonomie von Karl Marx“.

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