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Coverabbildung: Forschungsarbeit, „Der Aufbruch des konformistischen Geistes“ von Gerhard Stapelfeldt

Gerhard Stapelfeldt Der Aufbruch des konformistischen Geistes

Gesellschaftlicher Analphabetismus und Universität im Neoliberalismus

3. grundlegend überarbeitete und erweiterte Auflage

Hamburg 2019, 280 Seiten

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Zum Inhalt

Verhandelt wird die Idee emanzipatorischer Bildung und deren Zerstörung durch die Ordnung des Neoliberalismus. Der neue Liberalismus hat sich nach 1973/75 sukzessiv durchgesetzt und nach 1990/95 zur ‚Globalisierung’ verallgemeinert. Weil diese Ordnung sich als eine globale Wissensgesellschaft und Wissensökonomie konstituiert hat, sind Reflexionen über Tendenzen des Bildungssystems nicht nur als Kulturkritik, sondern vor allem als Kritik der Politischen Ökonomie des neoliberalen Kapitalismus relevant.

Diese im Jahre 2007 erstmals publizierte Textsammlung enthält das Material zu einigen Vorträgen, die der Verfasser in den letzten Jahren gehalten hat, sowie zwei kleine Aufsätze.

Jene neoliberale Liquidierung der Utopie von Bildung ist Ausdruck der Geschichte der Zerstörung der Vernunft (Lukács), in der die Selbstnegation der bürgerlichen Aufklärung mit dem Fortschritt der bürgerlichen Gegenaufklärung koinzidiert. Das gegenwärtige Resultat dieses destruktiven Fortschritts ist eine Welt des gesellschaftlichen Analphabetismus: eine Welt, in der die liberale „List der Vernunft“ sich zu einem irrationalen Allgemeinen, in der der liberale Fetischismus sich zu einem sozialatomistischen Rationalismus verfestigt hat. Der irrationale Rationalismus, als logos des Neoliberalismus, ist real als eine Wettbewerbsgesellschaft, die durch jenen logos zentral eine Wissensgesellschaft ist.

Die neoliberale „Gesellschaftstheorie“ (Hayek) liefert die Apologie dieser Ordnung der neuen Freiheit, dieses gesellschaftlichen Fetischismus und Analphabetismus. Die deutsche Soziologie ist der neoliberalen Gesellschaftstheorie seit 1982 durch eine kulturwissenschaftliche Wendung und einen fachwissenschaftlichen Atomismus gefolgt.

Die Institution des gesellschaftlichen und gesellschaftswissenschaftlichen Fetischismus ist die neoliberale Universität. Die Universitäten wurden nach 1990/95 unter die Ordnung des neoliberalen Wettbewerbs gestellt: durch die Welthandelsorganisation (WTO); durch die OECD; durch den ‚Bologna-Prozeß‘ der Europäischen Union. Den neuen Universitäten wird ihre gesellschaftliche Funktion deutlich vorgeschrieben: „die Produktion von Wissen“ kann sich „als Schnellspur zu höherem Wachstum erweisen“ (UNDP).

Bibliografische Daten

Autor Gerhard Stapelfeldt
Titel Der Aufbruch des konformistischen Geistes
Untertitel Gesellschaftlicher Analphabetismus und Universität im Neoliberalismus
Seiten 280
Erscheinungsjahr 2019
Erscheinungsdatum 17.01.2019
Ort Hamburg
Auflage 3. grundlegend überarbeitete und erweiterte Auflage
ISBN (Print) 978-3-339-10802-9
eISBN (eBook) 978-3-339-10803-6
Schriftenreihe KRITIK UND REFLEXION – Interdisziplinäre Beiträge zur kritischen Gesellschaftstheorie
Herausgeber Prof. Dr. Gerhard Stapelfeldt
Band 19

Über Gerhard Stapelfeldt

Gerhard Stapelfeldt studierte von 1969 bis 1974 Architektur an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg und schloss mit dem Diplom-Ingenieur ab. Parallel dazu vertiefte er seine Kenntnisse in Soziologie, Politikwissenschaft, Philosophie und Psychologie an der Universität Hamburg, wo er 1978 promovierte und 1997 habilitierte. Von 1979 bis 2009 lehrte er am Institut für Soziologie der Universität Hamburg mit Schwerpunkt auf Kritik der politischen Ökonomie und Kritischer Theorie der Gesellschaft. Zudem war er zwischen 1990 und 2007 in der Lehre der Gesellschaftswissenschaften an der Fachhochschule Hamburg tätig.

Gerhard Stapelfeldt lehrte bis 2009 als Professor am Institut für Soziologie der Universität Hamburg. Seitdem arbeitet er als freier Schriftsteller in Hamburg.

Der Autor hat bisher 30 Monographien und rund 50 Aufsätze in verschiedenen Fachzeitschriften und Sammelbänden veröffentlicht.

Hier finden Sie ein Gespräch zwischen Gerhard Stapelfeldt & Denis Brodack geführt im März 2025 auf YouTube zu seinem Buch „Das Problem des Anfangs in der Kritik der Politischen Ökonomie von Karl Marx“.

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