Forschungsarbeit: Piero della Francesca: Der Maler als Astronom und Physiker

Piero della Francesca: Der Maler als Astronom und Physiker

Schriften zur Kunstgeschichte, Band 60

Hamburg 2016, 110 Seiten
ISBN 978-3-8300-9208-7

Astronomiegeschichte, Bessarion, Erdrotation, Federico da Montefeltro, Foucaultsches Pendel, Heliozentrisches System, Kometen, Kunstgeschichte, Pala de Montefeltro, Piero della Francesca, Regiomontan, Renaissance, Taufe Christi

Zum Inhalt

deutsch | english

Mit Piero della Francesca rückt ein Maler der Frührenaissance in den Fokus. Weniger spektakulär, was einzelne astronomische Objekte angeht, machte er sich um die Beobachtung von deren Größen verdient, wie seine Taufe Christi zeigt. Der Durchbruch erfolgte sicherlich mit den Hl. Drei Königen Domenico Venezianos, dessen Mitarbeiter er war; sie galten dem Kometen von 1433. Überhaupt war das Quattrocento das Jahrhundert der Kometen. Zwar wurden sie lange als Unheilsboten angesehen, aber das Interesse, ihre Natur zu erkunden, wurde größer. Anders als bei den Planeten ist mit ihrem Schweif ein Indikator gegeben, der es erlaubte, die Flugrichtung des Himmelskörpers zu bestimmen. Es stellte sich heraus, dass die Sonne der gesuchte Zentralkörper war. Viele Folgearbeiten waren nur mehr Variationen des einen Themas. Schon in der Taufe, aber auch in der Auferstehung Christi und anderen Werken war es Pieros klare Intention, das Kreisen der Wandelsterne um ihr Zentrum zu versinnbildlichen. Einen Höhepunkt stellt sicherlich die um 1470 entstandene Pala de Montefeltro dar: Dem Physiker gelang mittels Pendelschwingung im Dom zu Urbino der experimentelle Nachweis der Erdrotation. Die Neuzeit ist ohne die Vorarbeit dieses malenden Astronomen und Physikers nicht vorstellbar.

Kontakt



Informationen über das Veröffentlichen wissenschaftlicher Arbeiten.

nach oben