Forschungsarbeit: Dürer und Piero della Francesca: Die Entdeckung der Jupitertrabanten

Dürer und Piero della Francesca: Die Entdeckung der Jupitertrabanten

Schriften zur Kunstgeschichte, Band 74

Hamburg 2020, 78 Seiten
ISBN 978-3-339-11958-2 (Print), ISBN 978-3-339-11959-9 (eBook)

Albrecht Dürer, Astronomie, Der heilige Hieronymus im Gehäus, Engraving, Federico de Montefeltro Bundschuh, Jupitermond, Kunstgeschichte, Pala de Montefeltro, Piero della Francesca, Pumpkin in art, Reformation and art, Renaissance, Resurrection in art, Thronende Madonna

Zum Inhalt

Der Hieronymusstich Dürers von 1514 birgt ein Geheimnis der besonderen Art: Die Beobachtung der Jupitertrabanten durch Piero della Francesca, die dieser in mehreren Werken niedergelegt hatte. Durch die Vermittlung Paciolis, den er 1506 in Bologna getroffen hat, oder früher hatte Dürer von der Sache erfahren. Die Studie ordnet den Gemälden Pieros die entsprechenden astronomischen Daten zu.

Der Melancholie-Stich ist dezidiert der Astronomie gewidmet. Dürer gedachte seines Landsmanns Regiomontan, der 1471 in Nürnberg eingetroffen war und ein Jahr später den großen Kometen beobachtete. Die sitzende Gestalt sinniert über diesen Astronomen, der 1476 in Rom verstorben war. Dürer hatte das Thema des toten Astronomen bereits 1497 in den Vier Hexen angeschlagen. Das Blatt enthielt ebenso wie der Traum des Doktors eine Reminiszenz an die Venusgemälde des Florentiners Botticelli. Der 1514-Stich enthält darüber hinaus eine Aufarbeitung seiner Jupiterbeobachtungen vom Anfang des Jahrhunderts. Soweit man sieht, hat sein Hieronymus nicht die Beachtung erfahren, die er eigentlich verdient gehabt hätte (aus der Einleitung).

Ein wichtiger Punkt in dem Kupferstich ist der Kürbis, der in der Studierstube des Kirchenvaters von der Decke hängt. D. Doblies weist darauf hin, dass solche Früchte eigentlich in alten Bauernhäusern statt in Arbeitsräumen christlicher Autoren zu finden sind. So kann der Kürbis ein Verweis auf die Lage der Bauern sein, die schon seit 1476 immer wieder Aufstände gegen die Obrigkeit durchführten. Zu leistende Abgaben und Frondienste stiegen unverhältnismäßig. Doch nicht allein die wirtschaftliche Lage belastete die Bauern, sondern der Lebensstil der Bischöfe und Oberen, die festeten und prassten, während das gemeine Volk rackern und darben musste. Politisch gesehen waren die Bauern völlig bedeutungslos, ihre Anliegen wurden kaum vernommen. Propheten Marias und Wanderprediger traten in Niklashausen auf. Sehr erfolgreich sind Johannes Capestranus und der selbsternannte Prophet Marias, Hans Böhm, das Pfeiferhänslein (aus Kapitel 2).



Informationen über das Veröffentlichen wissenschaftlicher Arbeiten.

nach oben