Coverabbildung: Forschungsarbeit, „Klassisches Japanisch III“ von Horst Arnold-Kanamori

Horst Arnold-Kanamori Klassisches Japanisch III

Manyôshû

Hamburg 2001, 186 Seiten

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Das Man'yōshū, die "Sammlung von zehntausend Blättern", ist die älteste, in der 2. Hälfte des 8. Jh.s vollendete Anthologie mit über 4500 japanischen Gedichten, die hier in einer Auswahl vorgestellt werden. Die Sammlung enthält Gedichte aus insgesamt vier Jahrhunderten, die meisten stammen jedoch aus der Zeit zwischen 630 und 760. Unter den 561 Autoren (20% Frauen) sind alle Sozialschichten - Kaiser, Hofleute, Bauern, Soldaten, Fischer, Mönche und Bettler - vertreten, die uns in Gedichten über die Jahreszeiten, Allegorien, Liebesgedichten oder Trauergesängen einen höchst lebendigen Einblick in das Alte Japan der Nara-Zeit, aber auch in Konstanten des menschlichen Daseins geben.

Die Man'yōshū-Philologie setzte bereits im 10. Jh. ein, als bei Wiederbelebung der nationalen Poesie das Interesse an der alten Dichtung neu erwachte. Da nach dem Siegeszug des Silbenalphabets eine sichere japanische Lesung der rein chinesischen Verschriftung (Man'yōgana) nicht mehr möglich war, wurde von Murakami-Tennō bereits 951 eine erste Kommission zur Feststellung der exakten Lesung eingesetzt.

Anliegen dieses für das Selbststudium wie für den Unterricht geeigneten Bandes ist es, 131 ausgewählte, mit deutscher Übertragung und intensiven grammatischen Erläuterungen versehene Lieder im Original bzw. in originaler Lautung einem Leserkreis näher zu bringen, der die moderne japanische Sprache beherrscht und einen Zugang zur Klassik sucht. Auch der interessierte Japan-Fan kommt durch die neuen Übertragungen und den umfangreichen Anmerkungsapparat auf seine Kosten.

Bibliografische Daten

Autor Horst Arnold-Kanamori
Titel Klassisches Japanisch III
Untertitel Manyôshû
Seiten 186
Erscheinungsjahr 2001
Ort Hamburg
ISBN (Print) 978-3-8300-0433-2
eISBN (eBook) 978-3-339-00433-8
Schriftenreihe Ulmer Sprachstudien
Herausgeber Günther Klotz und Christian Timm
Band 7

Über Horst Arnold-Kanamori

Horst Arnold-Kanamori studierte zunächst Schulmusik in Bremen, bevor er sich an der Freien Universität Berlin auf Soziologie und Japanisch spezialisierte. Nach Stationen als Lektor für Japanisch und Landeskunde am Japan-Kolleg der Universität Tübingen war er ab 1995 am Zentrum für Sprachen und Philologie der Universität Ulm tätig, wo er Japanisch, Türkisch und zeitweise auch Koreanisch unterrichtete.

Seine Forschungsinteressen gelten der modernen wie klassischen japanischen Sprache und Kultur. In zahlreichen Veröffentlichungen widmet er sich sprachlichen, kulturellen und landeskundlichen Aspekten Ostasiens – mit einem besonderen Fokus auf sprachhistorische Entwicklungen und interkulturelle Zusammenhänge.

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