Sammelband: Die Pommerschen Hofgerichte

Die Pommerschen Hofgerichte

Geschichte – Personal – Probleme der Forschung

Schriftenreihe der David-Mevius-Gesellschaft, Band 2

Hamburg 2007, 382 Seiten
ISBN 978-3-8300-2940-3

Rezensionen

Von dem Band, der ein Register der Personen- und Ortsnamen enthält, ist zu hoffen, dass er sowohl die pommersche rechtsgeschichtliche Forschung als auch die landesgeschichtliche prosopografische Forschung anregt, zumal er – wieder einmal – zeigt, wie die Auswertung der frühneuzeitlichen Leichenpredigten für die Geschichtsforschung nutzbar gemacht werden kann.

Norbert Kersken, Marburg/Warszawa, in:
Zeitschrift für Ostmitteleuropa-Forschung (ZfO), Jg. 59 (2010), H. 3

Der Band fasst erstmals unser Wissen über die pommerschen Hofgerichte von 1421 bis 1849 zusammen und behandelt diese als oberste Landesgerichte eingerichteten Institutionen mit ihren Standorten in Wolgast [...] und Stettin [...].
[...]
Es wäre zu wünschen, dass dies [Erforschung der personellen Besetzung der obersten Landesgerichte], im Rahmen eines großzügig angelegten Forschungsprojektes [...] eines Tages ermöglicht wird. Der verdienstvolle und sehr empfehlenswerte Band, der aus einem Greifswalder Proseminar zum Thema erwachsen ist, liefert dafür eine anregende Grundlage.

Dirk Alvermann, in:
Pommern, Jg. 48 (2010), H. 3, S. 46f.

17. Jahrhundert, 18. Jahrhundert, Ehrengedächtnis, Geschichtswissenschaft, Hinterpommern, Hofgericht, Leichenpredigten, Personenforschung, Pommersche Landesgeschichte, Rechtsgeschichte, Rechtsprechung, Verwaltungsgeschichte, Visitationsabschiede, Vorpommern

Zum Inhalt

Die Pommerschen Hofgerichte sind von der modernen Forschung bisher stiefmütterlich behandelt worden. Unser Wissen beruht im wesentlichen auf zeitgenössischen Darstellungen aus dem 18. Jh. Sehr wenig ist vor allem über die frühe Geschichte dieser Institution bekannt. Wann tritt uns das Hofgericht erstmals als eigenständige Behörde gegenüber? Wie war es organisiert? Nach welchen Grundsätzen erfolgte die Rechtsprechung? Wer wirkte an dem Gericht? Was läßt sich über die Qualifikation der Richter sagen?

Um diese und andere Fragen zu beantworten, werden in diesem Buch Leichenpredigten von Präsidenten, Direktoren und Assessoren der Hofgerichte in Vor- und Hinterpommern vorgestellt. Diese Lebensbeschreibungen stammen aus den Jahren 1604 bis 1736 und damit aus der Hochzeit der Produktion der barocken Texte, die ausdrücklich als "Ehrengedächtnis" auf Verstorbene verfaßt wurden. Dementsprechend kritisch kommentiert und eingeleitet müssen sie werden, um sie als Quelle modern nutzbar zu machen. In zwei längeren Texten wird die Geschichte der Hofgerichte in Vor- und Hinterpommern von ihrer Entstehung bis ins 19. Jh. dargestellt, die Differenz zwischen dem Lob in den Leichenpredigten und dem teilweise verheerenden Urteil der Visitationsabschiede zur Arbeit der Gerichte wird explizit diskutiert. Zahlreiche verbleibende Lücken der Forschung werden aufgezeigt, die hoffentlich zur weiteren Arbeit anregen.

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David-Mevius-Gesellschaft e.V.

    

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