Forschungsarbeit: Studien zur politischen Utopie

Studien zur politischen Utopie

Theoretische Reflexionen und ideengeschichtliche Annäherungen

Utopie und Alternative, Band 1

Hamburg , 204 Seiten

ISBN 978-3-8300-1991-6 (Print)
ISBN 978-3-339-01991-2 (eBook)

Rezension

Heyer, der bei Richard Saage promoviert hat, widmet sich in sechs gut lesbaren Aufsätzen Klassikern der Utopie. Zuvor reflektiert er die Utopie allgemein und verwahrt sich vor der Gleichsetzung von Utopie und jeglicher, auch sozialistischer Realität (oder Vergangenheit) [...]

Zum Inhalt

Der Band versammelt sieben Aufsätze, die zu entscheidenden Umbrüchen innerhalb der Tradition der politischen Utopien Stellung beziehen. Dabei argumentieren sie sowohl anhand ausgewählter Beispiele als auch auf hoher theoretisch-wissenschaftlicher Ebene, was gleichwohl ihre Lesbarkeit nicht schmälert.

Der Erste Teil beschäftigt sich mit der „Theorie der politischen Utopien der Neuzeit“ und besteht aus drei Aufsätzen. Zuerst geht es um eine prägnante Rekonstruktion der Gattung und damit um den Rahmen, innerhalb dessen die anderen Studien zu verankern sind. Das Kernstück dieses Teils ist in dem Aufsatz über Thomas Morus zu sehen, der den Versuch unternimmt, die „Utopia“ als zentralen Text der Gattung zu bestimmen. Dies führt zu weitreichenden Aussagen zum Begriff der Utopie sowie zur Definition des Gegenstandes. Der letzte Aufsatz thematisiert die um 1770 erfolgte Entdeckung Tahitis. Damit verweist Andreas Heyer auf jenen Teilbereich der Epoche der französischen Aufklärung, in dem sich das Denken dieser Zeit radikal änderte. Der Zweite Teil enthält dann die „Ideengeschichtlichen Analysen: Die politische Utopie zwischen Idealität und Selbstreflexion“. Hier werden in vier Aufsätzen mehrere Autoren behandelt, die durch ihre Werke das utopische Denken an wichtigen Schnittstellen prägten. Mit Condorcet und Babeuf werden zwei Vertreter der Französischen Revolution analysiert, die beide eine eigene Konzeption von Utopie entwickelten, indem sie diese entweder mit der Geschichtsphilosophie verbanden (Condorcet) oder mit dem Kontraktualismus (Babeuf). Gemeinsam ist beiden ihre Kritik am Verlauf der Revolution, deren Dynamik sie explizit betonten. Im Anschluss werden August Bebel, Gustav Landauer und Karl Mannheim untersucht. Dabei geht es nicht nur um das Verhältnis von Utopie, Kommunismus und Marxismus, sondern noch einmal um die Theorie politischer Utopien.

Der Politikwissenschaftler Andreas Heyer promovierte mit einer Arbeit über Denis Diderot und ist zur Zeit Mitarbeiter des DFG-Projekts „Sozialwissenschaftliche Bibliographie der politischen Utopien der Neuzeit“. Zuletzt erschien in zwei Bänden „Die Französische Aufklärung um 1750“ (2005).

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