Gerhard Stapelfeldt Revolte der Natur und konformistischer Protest
Über die Klimaschutzbewegung „Fridays for Future“
Hamburg 2020, 220 Seiten
Zum Inhalt
Die Erkenntnis, daß die immer deutlicher spürbare „Klimakrise“ anthropogen verursacht ist, wird gegenwärtig nur noch von Rechtspopulisten bestritten. Dennoch sind nicht die „anthropogenen“, also gesellschaftlichen und ökonomischen Ursachen gut erforscht, sondern nur die Erscheinungen und die naturwissenschaftlich zu bestimmenden Zusammenhänge.
Analog fordern die Sprecherinnen der Klimaschutzbewegung Fridays for Future auch nur, den Klimaforschern solle endlich zugehört werden. Weil der Widerstand der Bewegung auf den Gebieten der Gesellschaftstheorie und Politischen Ökonomie analphabetisch ist und sich nicht gegen die gesellschaftlichen und ökonomischen Ursachen der Krise richtet, trifft er auf keinen nennenswerten gesellschaftlichen und politischen Widerstand. Das Aufbegehren der Klimaschutz-Aktivisten ist ein konformistischer Protest: eine neoliberale Kritik des globalisierten Neoliberalismus.
Diese Untersuchung gilt der Metakritik dieses gesellschaftlichen und ökonomischen Analphabetismus: Die gesellschaftliche Sprachlosigkeit wird nicht abstrakt denunziert, sondern aus den bestehenden neoliberalen Verhältnissen aufgeklärt, um jene Bewußtlosigkeit zu überwinden und die Kritik der Bewegung gesellschaftstheoretisch und politisch-praktisch zu radikalisieren.
Die Studie folgt der Tradition der Kritischen Theorie der Gesellschaft. Der Titel ist einer Vorlesung Max Horkheimers über ‚Die Revolte der Natur’ entlehnt. Dieser Titel bezeichnet nicht den Aufstand einer subjektiv-rebellischen Natur in der Innen- und Außenwelt des Menschen, sondern den Widerspruch von gesellschaftlicher Naturbeherrschung und unbeherrschter, unbeherrschbarer Natur.
Die Studie beginnt mit einer Darstellung der Erscheinungsformen des Protests. Ausführlich analysiert wird das Selbstverständnis der Bewegung, wie es in den Publikationen der Wortführerinnen der Bewegung, Greta Thunberg und Luisa Neubauer, erscheint. Dieses Selbstverständnis wird aus dem Kontext der Dogmen des Neoliberalismus aufgeklärt. Abgeschlossen wird die Studie mit einer historisch-systematischen Darstellung des Zusammenhangs von Gesellschaftsform und Natur-Auffassung.
Gerhard Stapelfeldt lehrte bis 2009 als Professor am Institut für Soziologie der Universität Hamburg. Seitdem arbeitet er als freier Schriftsteller in Hamburg.
Schlagworte
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| Autor | Gerhard Stapelfeldt |
| Titel | Revolte der Natur und konformistischer Protest |
| Untertitel | Über die Klimaschutzbewegung „Fridays for Future“ |
| Seiten | 220 |
| Erscheinungsjahr | 2020 |
| Erscheinungsdatum | 07.08.2020 |
| Ort | Hamburg |
| ISBN (Print) | 978-3-339-11824-0 |
| eISBN (eBook) | 978-3-339-11825-7 |
| Schriftenreihe | KRITIK UND REFLEXION – Interdisziplinäre Beiträge zur kritischen Gesellschaftstheorie |
| Herausgeber | Prof. Dr. Gerhard Stapelfeldt |
| Band | 21 |
Zum Autor
Gerhard Stapelfeldt studierte von 1969 bis 1974 Architektur an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg und schloss mit dem Diplom-Ingenieur ab. Parallel dazu vertiefte er seine Kenntnisse in Soziologie, Politikwissenschaft, Philosophie und Psychologie an der Universität Hamburg, wo er 1978 promovierte und 1997 habilitierte. Von 1979 bis 2009 lehrte er am Institut für Soziologie der Universität Hamburg mit Schwerpunkt auf Kritik der politischen Ökonomie und Kritischer Theorie der Gesellschaft. Zudem war er zwischen 1990 und 2007 in der Lehre der Gesellschaftswissenschaften an der Fachhochschule Hamburg tätig.
Gerhard Stapelfeldt lehrte bis 2009 als Professor am Institut für Soziologie der Universität Hamburg. Seitdem arbeitet er als freier Schriftsteller in Hamburg.
Der Autor hat bisher 30 Monographien und rund 50 Aufsätze in verschiedenen Fachzeitschriften und Sammelbänden veröffentlicht.
Hier finden Sie ein Gespräch zwischen Gerhard Stapelfeldt & Denis Brodack geführt im März 2025 auf YouTube zu seinem Buch „Das Problem des Anfangs in der Kritik der Politischen Ökonomie von Karl Marx“.
Weitere YouTube-Beiträge
- „Die Widersprüche des Neoliberalismus“ (2024)
- „Zur Kritik der Klimaschutzbewegung: Leben im Einklang mit der Natur & mit der Gesellschaft“ (2023)
- „Soziologischer Positivismus“ (2022)
- „Klima und Protest“ (2020)
- „Von der Notwendigkeit und Schwierigkeit, sich an Auschwitz zu erinnern“ (2019)
- „Soziologischer Positivismus“ (2018)
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- „Neoliberaler Anti-Utopismus & Unwirklichkeit“ (2016)
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Weitere Bücher des Autors
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Bildung – Von der Utopie zur neoliberalen Wissensgesellschaft
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Dialektik der ökonomischen Rationalisierung
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