Doktorarbeit: Wege zur Ästhetik eines Unfassbaren – Bewältigungsstrategien in der Landschaftsmalerei und der Instrumentalmusik des 18. und 19. Jahrhunderts

Wege zur Ästhetik eines Unfassbaren – Bewältigungsstrategien in der Landschaftsmalerei und der Instrumentalmusik des 18. und 19. Jahrhunderts

Schriften zur Kulturwissenschaft, Band 116

Hamburg 2015, 338 Seiten
ISBN 978-3-8300-8619-2 (Print & eBook)

18. Jahrhundert, 19. Jahrhundert, Ästhetische Erfahrung, Anton Bruckner, Das Erhabene, Das Unfassbare, Immanuel Kant, Instrumentalmusik, Kunstgeschichte, Kunstphilosophie, Landschaftsmalerei, Musikwissenschaft, Natur, Subjekt, Systematik, Werkanalyse, William Turner

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Dieses Buch ist dem Erhabenen, einem Schlüsselbegriff vorwiegend der Ästhetik des 18.- und 19. Jahrhundert, gewidmet, der noch in zeitgenössischen Theorien eine zentrale Rolle spielt. Das Erhabene gilt grundsätzlich als Gegenstück zum Schönen, seit Edmund Burke es als eine zentrale Kategorie einer Wirkungsästhetik herausstellt. Dabei folgt das Erhabene, wie das Schöne, genau festgelegten Eigenschaften, die sich u. a. durch Größe, Weite, Gefahr und Gewalt auszeichnen. Philosophen, allen voran Immanuel Kant, greifen die Kategorie im Anschluss an Burke‘s Ausführungen auf. Auch innerhalb der Kunstästhetik erörtern Theoretiker das Phänomen. Dabei gilt, dass der Betrachter von Kunstwerken oder der Hörer von Musik auf einer scheinbar nicht rationalen Ebene emotional übermäßig gefordert wird.

Konstitutiv für die Wirkung des Erhabenen in den Theorien ist die Forderung, dass das Subjekt während der Erfahrung nicht selbst als unmittelbar Beteiligter betroffen ist, sondern das bedrohende Geschehen aus sicherer Distanz erfährt. Damit muss ein notwendiger Abstand des Subjekts gegenüber dem Objekt gewährleistet sein.

Doch wie verhält sich das Ganze, wenn diese sichere Distanz aufgehoben ist und das Subjekt nicht über den erforderlichen Abstand verfügt? An der Schnittstelle zwischen ästhetischer Erfahrung und moralischer Verpflichtung (z.B. zum Mitleiden) kippen ästhetische Kategorien in ethisch-moralische.

Diesen unlösbaren Konflikt versucht die Autorin mit der Einführung einer weiteren Kategorie zu entschärfen. Sie deklariert das Unfassbare als eine übergeordnete ästhetische Kategorie, die geeignet ist, sowohl ästhetische wie moralische Bedingungen einer Erfahrung miteinander zu verbinden.

Ästhetische Parameter des Unfassbaren, die sowohl aus dem philosophischen als auch dem kunsttheoretischen Fundament systematisch entwickelt und schematisiert worden sind, werden anhand von Analysen spezifischer Werke der Landschaftsmalerei und Instrumentalmusik des 18. und 19. Jahrhunderts auf Ihre Anwendbarkeit hin geprüft.



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