Coverabbildung: Dissertation, „Staatliche Unabhängigkeit – das Ende der ostslawischen Gemeinschaft?“ von Susanne Spahn

Susanne Spahn Staatliche Unabhängigkeit – das Ende der ostslawischen Gemeinschaft?

Die Außenpolitik Russlands gegenüber der Ukraine und Belarus seit 1991

Hamburg 2011, 450 Seiten

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[…] Die faktenreiche, großteils kritisch argumentierende Arbeit stellt eine wertvolle Analyse dieses Problems gesamteuropäischer Tragweite dar. […]

Wolfgang Mueller in: Jahrbücher für Geschichte Osteuropas, 2012

Zum Inhalt

Einst bildete sie das Herzstück des Russischen Reiches und der Sowjetunion: die ostslawische Gemeinschaft der Russen, Ukrainer und Belarussen. Auch zwanzig Jahre nach dem Ende der Sowjetunion ist sie für die russische Politik und Bevölkerung eine Realität, denn für die meisten Russen sind die Ukraine und Belarus kein Ausland. Das offizielle Moskau spricht von „besonderen Beziehungen“ zu den sprachlich, religiös und kulturell eng verwandten Ukrainern und Belarussen und positioniert sich als Hegemon aller Ostslawen. Gelingt es Russland, die Ukraine und Belarus wieder zu integrieren?

Die Autorin untersucht Ziele, Mittel und Resultate der Politik Moskaus gegenüber Kiew und Minsk. Die vergleichende Analyse der russisch-belarussischen und russisch-ukrainischen Beziehungen soll Aufschluss darüber geben, warum bestimmte Mittel der russischen Außenpolitik im Fall von Belarus greifen, bezüglich der Ukraine aber nicht. Den innenpolitischen und wirtschaftlichen Bedingungen in der Ukraine und Belarus kommt als Erklärungsfaktor zentrale Bedeutung zu. Neben aktuellen Dokumenten bilden Interviews mit außenpolitischen Akteuren die Basis der Analyse.

Dieser Ansatz eines Vergleiches der Ukraine und Belarus in ihrem Verhältnis zu Russland ist neu. Bislang hat sich die Forschung auf das bilaterale Verhältnis Russlands zu diesen beiden Republiken konzentriert. Angesichts der andauernden Konflikte Russlands mit seinen westlichen Nachbarn ist das Thema aktuell. Warum kann die Ukraine im Gaskrieg mit Russland ihr Eigentum an der Pipeline-Infrastruktur verteidigen, Belarus aber nicht? Warum kommt es in Belarus nicht zu einer Orangen Revolution wie in der Ukraine? Warum kann der Unionsstaat von Russland und Belarus nicht verwirklicht werden, obwohl Moskau und Minsk die Wiedervereinigung der slawischen Brudervölker beschwören?

Russland verwickelt sich bei dem Versuch, die ostslawische Gemeinschaft als Zentrum der postsowjetischen Integration zu erhalten, in Widersprüche. Die Ukraine und Belarus hingegen konsolidieren ihre Unabhängigkeit – Kiew mit einer Politik der Abgrenzung zu Russland, Minsk hinter der Fassade der Vereinigung zu einem Staat.

Bibliografische Daten

Autorin Susanne Spahn
Titel Staatliche Unabhängigkeit – das Ende der ostslawischen Gemeinschaft?
Untertitel Die Außenpolitik Russlands gegenüber der Ukraine und Belarus seit 1991
Seiten 450
Erscheinungsjahr 2011
Ort Hamburg
ISBN (Print) 978-3-8300-5704-8
eISBN (eBook) 978-3-339-05704-4
Schriftenreihe Hamburger Beiträge zur Geschichte des östlichen Europa
Herausgeber Prof. em. Dr. Norbert Angermann
Band 19

Rezensionen

[…] Die faktenreiche, großteils kritisch argumentierende Arbeit stellt eine wertvolle Analyse dieses Problems gesamteuropäischer Tragweite dar. […]

Wolfgang Mueller in: Jahrbücher für Geschichte Osteuropas, 2012

[…] stellt Spahns Monographie eine logische, überzeugende und verständliche Erarbeitung eines komplexen Themas dar. Eine Übersetzung der Arbeit von Spahn ins Englische wäre daher wünschenswert.

Katja Richters in: osteuropa, 61. Jg., 11/2011, S. 143-144

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