Dissertation: Typologische Analyse hethitischer Mythen

Typologische Analyse hethitischer Mythen

Schlange und Wettergott

Schriften zur Kulturgeschichte, Band 20

Hamburg 2011, 294 Seiten
ISBN 978-3-8300-5426-9 (Print & eBook)

Alte Geschichte, Altindisch, Anatolien, Avestisch, Geschichtswissenschaft, Griechisch, Hethitologie, Kulturwissenschaft, Mythologie, Religionsgeschichte, Rigveda, Typologie

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Der anatolische Wettergott tötet seinen Gegner – die Schlange. Außerdem erschlägt er auch seinen eigenen Sohn. Doch noch bevor er es schafft, passiert ihm etwas viel Schlimmeres. Der Wettergott wird von der Schlange besiegt. Und nicht nur das: Die Schlange reißt dem Gott Herz und Augen aus.

Die hier untersuchten keilschriftlichen Texte vom Kampf zwischen Wettergott und Schlange stammen aus der Hethiterzeit zwischen 1600 und 1200 v.Chr.

Die anatolischen Mythen, die uns in der ältesten indogermanischen Sprache, dem Hethitischen überliefert sind, sind nicht dem hethitischen Geist entsprungen. Aber woher stammen sie dann? Lange bevor die Hethiter um 2300 v.Chr. in ihre anatolische Heimat einwanderten, hatte dort im Bogen des antiken Flusses Halys das Volk der Hattier gewohnt.

Eine typologische Analyse der genuin anatolischen Mythen, die nachweisbar vom hattischen Kulturkreis abstammen, bringt es ans Licht. Aus dem Vergleich zwischen diesen Mythen und den Mythen vom Wettergott und dem besiegten Schlangendrachen gehen mehrere Merkmale hervor, die die Verwandtschaft der Mythen anzeigen und sie als hattische Mythen klassifizieren.

Durch einen weiteren Vergleich der anatolischen Mythen mit ausgewählten indogermanischen Mythologemen (altindische, avestische, altgriechische, nordische und germanische Beispiele) wird ersichtlich, dass die anatolischen Drachen-Mythen der hattischen Kultur angehören. Sie wurden von den Hethitern übernommen und den eigenen religiösen Ansprüchen angepasst.

Die Klassifizierung der Mythen in „restitutive“ und „transformative“ Mythen erleichtert die Typologisierung der beiden Gruppen. Während sich die genuin anatolischen Mythen „restitutiv“ verhalten, weisen die indogermanischen Mythen einen „transformativen“ Charakter auf.

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