Doktorarbeit: Die Figur des Anderen in der Psychoanalyse und im Christentum

Die Figur des Anderen in der Psychoanalyse und im Christentum

Studienreihe psychologische Forschungsergebnisse, Band 154

Hamburg 2010, 236 Seiten
ISBN 978-3-8300-5273-9 (Print & eBook)

Auferstehung, Böse, Göttliche Trinität, Intersubjektivität, Metaphorische Sprache, Philosophie, Psychoanalyse, Psychologie, Sinnlichkeit, Sprache, Subjektwerdung, Symbolische Ordnung, Theologie, Todestrieb, Trennung, Triadischer Raum

Zum Inhalt

Die interdisziplinär angelegte Studie hat die singuläre Bedeutung des Anderen für die menschliche Existenz zum Thema und wendet sich an das interessierte Fachpublikum aus beiden Bereichen. Dabei ist die Verfasserin um eine vorsichtige Annäherung bemüht zwischen der Psychoanalyse, die seit ihrer Hinwendung zum „Mütterlichen“ in den präödipalen Phasen, spätestens jedoch in der „relationalen Wende“ die Bedeutung des Anderen stärker in den Blick nimmt und der Gedankenwelt des Christentums, das in der Abkehr von Substanzontologie und der Hinwendung zur Relationsontologie einen ähnlichen Weg gegangen ist.

Die Figur des Anderen wird dabei aufgefächert und in ihren unterschiedlichsten Facetten beleuchtet: vom unbegrenzt Verfügbaren bis zum uneinholbar Abwesenden, vom Selbstobjekt bis zu dem „ganz Anderen“, von dem mir immer äußerlich Bleibenden bis zum Anderen in mir Selbst – dem Unbewussten.

Die Autorin wendet sich den grundlegenden Phänomenen des menschlichen Lebens zu, die auf den Anderen zurückzuführen sind: der Subjektwerdung im Spiegel des Anderen, den Prozessen der Affektregulierung und der Entstehung der Symbolisierungsfähigkeit, dem Trauma der Trennung, der schicksalshaften Bedeutung der Sprache, dem Phänomen der Gewalt, dem Stachel der Sterblichkeit. Sie rezipiert feinsinnig psychoanalytische Autoren, die sich mit diesen Phänomenen befassen und arbeitet erstaunliche synoptische Standpunkte aus dem Bereich der christlichen Symbolwelt und der Theologie heraus.

Durch den durchdachten Aufbau der Studie wird der Leser in dialektischer Spannung gehalten. Die Spannungspole der „mütterlichen“ Symbiose und der „väterlichen“ Trennung finden ihre Auflösung in der Gedankenfigur des „Triadischen“, das die Autorin als die Grundstruktur des Seins begreift.

Die ungewöhnliche Vorgehensweise der Autorin bindet den Leser aktiv ein. Die psychoanalytische und die christliche Gedankenwelt mit ihrer je eigenen Sprache werden relativ unverbunden nebeneinander gestellt, zugleich aber in einer Weise beleuchtet, die – manchmal provozierend – ähnliche Erfahrungsmuster auf beiden Seiten erahnen lässt. Es werden diverse Türen aufgestoßen, die dahinterliegenden Räume müssen jedoch vom Leser selber betreten werden – oder auch nicht. Damit bleibt die Autorin ihrer eigenen Auffassung von Sprache als offenem Begegnungsraum treu.

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