Doktorarbeit: Soll Betriebssport künftig weiterhin unter dem Schutz der gesetzlichen Unfall­versicherung stehen?

Soll Betriebssport künftig weiterhin unter dem Schutz der gesetzlichen Unfall­versicherung stehen?

Studien zum Sozialrecht, Band 20

Hamburg 2010, 254 Seiten
ISBN 978-3-8300-5129-9

Arbeitsunfall, Ausgleichssport, Betriebliche Gemeinschaftsveranstaltung, Betriebssport, Innerer Zusammenhang, Nationalsozialistische Sportideologie, Öffentliches Recht, Rechtswissenschaft, Reichsversicherungsamt, Sozialrecht, Sport, Unfallversicherung, Unfallversicherungsrecht, Versichertes Risiko

Zum Inhalt

In einer Zeit, in der ein Großteil der Arbeitnehmer seine Arbeit am Computer verrichtet, ist der körperliche Ausgleich ein unverändert aktuelles Thema. Um einseitige körperliche Belastungen und den Be­wegungs­mangel zu kompensieren, treiben viele Arbeitnehmer Sport, häufig unter Förderung seitens der Arbeitgeber.

Sportliche Aktivitäten sind allerdings immer mit einem Verletzungsrisiko verbunden. Hier stellt sich die Frage nach der Absicherung des Sportlers. Neben der Möglichkeit der Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber sowie des Eintritts einer privaten Unfallversicherung kommt eine Absicherung des verletzten Arbeitnehmers durch die gesetzliche Kranken- und Unfallversicherung in Betracht. So erkennen die Berufs­genossen­schaften als Träger der gesetzlichen Unfallversicherung unter bestimmten Voraussetzungen Unfälle im Zusammenhang mit der Ausübung des Betriebssports als Arbeitsunfälle an. Folge ist die Leistungsgewährung aus der gesetzlichen Unfallversicherung.

Die Autorin untersucht vor diesem Hintergrund, ob der Betriebssport, so wie er sich aktuell darstellt, weiterhin diesen Schutz durch die gesetzliche Unfallversicherung erfahren soll.

Um nachvollziehen zu können, aus welchen Gründen der Betriebssport in der gesetzlichen Unfallversicherung überhaupt ein versichertes Risiko geworden ist, wird die Entwicklung des unfallversicherungsrechtlichen Schutzes des Betriebssports von der Zeit des Kaiserreichs bis zum - bis heute maßgeblichen - Grundsatzurteil des Bundessozialgerichts aus dem Jahr 1961 in rechtlicher wie auch historischer Sicht wiedergegeben. In diesem Zusammenhang wird nicht nur deutlich, seit wann es diese rechtliche Problematik gibt, sondern auch, wie Betriebssport vor 1961 betrieben wurde. Der Schwerpunkt wird in diesem Zusammenhang in die Darstellung der Entwicklung des Betriebssports in der Zeit des Nationalsozialismus gelegt, da aus dieser Zeit die Grundsätze stammen, auf die sich das Bundessozialgericht in seiner Entscheidung seit dem Jahr 1961 stützt. Es zeigt sich, wie das Bundessozialgericht zu den von ihm aufgestellten Merkmalen zur Anerkennung des Versicherungsschutzes kam und welche Vorstellungen dieser Entscheidung zu Grunde lagen.

Im Anschluss daran wird die Entwicklung des unfall­ver­sicherungs­recht­lichen Schutzes bis heute dargestellt. In diesem Teil der Studie liegt der Schwerpunkt in den Ausführungen zu den von Rechtsprechung und Literatur aufgestellten Kriterien sowie der kritischen Analyse dieser Auffassungen unter sportwissenschaftlichen und soziologischen Aspekten.



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