Dissertation: Die Fortführung eines einzelkaufmännischen Unternehmens durch Erben und Testamentsvollstrecker

Die Fortführung eines einzelkaufmännischen Unternehmens durch Erben und Testamentsvollstrecker

Studien zum Erbrecht, Band 7

Hamburg 2010, 266 Seiten
ISBN 978-3-8300-4761-2 (Print & eBook)

Einzelkaufmännisches Unternehmen, Erbe, Erbrecht, Haftung, Haftungsbeschränkung, Kaufmann, Miterbengemeinschaft, Nachlass, Nachlassgläubiger, Nachlassverwaltung, Rechtswissenschaft, Testamentsvollstrecker, Testamentsvollstreckung

Zum Inhalt

Im Zusammenhang mit der Vererbung einzelkaufmännischer Unternehmen und der Fortführung durch Erben oder Testamentsvollstrecker ergeben sich zahlreiche Fragestellungen. Diese resultieren aus dem Spannungsverhältnis, das sich aus dem Prinzip der beschränkbaren Erbenhaftung und der unbeschränkten Kaufmannshaftung ergibt. Im Hinblick auf kaufmännische Tätigkeit erweist sich die beschränkbare Erbenhaftung als problematisch, da der Nachlass bei der Verwaltung durch Erben zunächst nicht als Sondervermögen gebunden ist. Aufgrund der mit der beschränkbaren Erbenhaftung einhergehenden Spannungen soll es nach bis heute herrschender Ansicht nicht zulässig sein, dass ein Handelsgeschäft durch einen Testamentsvollstrecker fortgeführt wird.

Der Autor geht diesen Spannungen nach und stellt sie für die Verwaltung des Unternehmens durch Erben der Verwaltung durch einen Testamentsvollstrecker gegenüber. In den Mittelpunkt gerät hierbei die Haftung der Erben gegenüber den alten Geschäftsgläubigern bei Fortführung des ererbten Unternehmens. Für die Frage der Haftung von Entscheidender Bedeutung ist die Zuordnung der Unternehmensgewinne und der Unternehmensgegenstände. Hierbei zeigt der Autor auf, dass das bisherige Verständnis der Haftung der Erben keinesfalls Widerspruchsfrei ist und zu einer Benachteiligung der alten Geschäftsgläubiger führt.

Vor dem Hintergrund der Benachteiligungen der Altgläubiger bei der Unternehmensfortführung durch Erben stellt sich die echte Testamentsvollstreckung demgegenüber als weniger problematisch dar, da der Nachlass hier insgesamt ein Sondervermögen darstellt. Der Autor plädiert daher für die Zulässigkeit der echten Testamentsvollstreckung über einzelkaufmännische Unternehmen.



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