Doktorarbeit: Homeschooling im deutschen Recht

Homeschooling im deutschen Recht

Eine juristische Auseinandersetzung einschließlich rechtsvergleichender Perspektiven

Verfassungsrecht in Forschung und Praxis, Band 136

Hamburg 2018, 342 Seiten
ISBN 978-3-8300-9836-2 (Print & eBook)

Art. 6 GG, Art. 7 Abs. 1 GG, Bildung, Elternrecht, Heimunterricht, Homeschooling, Öffentliches Recht, Rechtsvergleich, Religionsfreiheit, Schulpflicht, Schulrecht, Verfassungsrecht

Zum Inhalt

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Homeschooling ist in Deutschland bisher keine Option. Kindern Unterricht zuhause zu erteilen ist im Schulalltag hierzulande nicht vorgesehen. Immer wieder werden Anträge einzelner Eltern abschlägig beschieden. Auch Gerichte im ganzen Bundesgebiet erteilen dem Heimunterricht regelmäßig eine Absage.

Das Buch ging als Dissertation der Frage nach, ob dieses Ergebnis rechtlich zwingend ist, oder vielleicht sogar ein Anspruch auf Homeschooling besteht. Es knüpft dabei an soziologische und pädagogische Untersuchungen zum Unterricht zuhause an und befasst sich umfassend mit der rechtlichen Seite.

Dazu werden zunächst völkerrechtliche Normen zur Schulpflicht und zum Homeschooling untersucht. Diverse Regelungen gewähren ein Recht auf Bildung. Dieses erfordert jedoch nicht zwingend eine Schulpflicht, wie sie Deutschland kennt.

Auch der europarechtliche Rahmen wird erörtert. Rechtsverbindliche Regelungen zum Homeschooling oder zur Schulpflicht finden sich jedoch keine.

Daran anschließend wird die Rechtslage in Deutschland erörtert. Einerseits anhand der Schulgesetze der Länder, andererseits anhand der deutschen Verfassung, dem Grundgesetz.

Das Werk befasst sich mit der Geschichte und den Zielen der Schulpflicht ebenso, wie mit den Gefahren eines Unterrichts zuhause. Es werden betroffene Grundrechte der Eltern und Schüler gegen ein auch staatliches Bildungsinteresse abgewogen.

Dass es grundsätzlich auch anders geht, zeigt sich sodann am Beispiel Österreichs und der Schweiz. In beiden Ländern ist der Unterricht zuhause längst eine gelebte Alternative. Die Rechtslage bezüglich des Unterrichts zuhause wird für diese beiden Nachbarländer dargestellt.

Daran schließt sich ein Rechtsvergleich an. Durch eine Gegenüberstellung der Regelungen aller drei Länder sollen für Deutschland Wege aufgezeigt werden, die restriktive Handhabe bezüglich des Homeschoolings aufzuweichen.

Dabei vertritt die Autorin die Auffassung, dass dem Homeschooling als Ausnahmeerscheinung ein Platz in der deutschen Bildungslandschaft gebührt. Sie plädiert für eine vorsichtige Freigabe des Unterrichts zuhause.



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