Doktorarbeit: Lebens-, Mentalitäts- und Kulturwelten des russischen Adels zwischen Tradition und Wandel

Lebens-, Mentalitäts- und Kulturwelten des russischen Adels zwischen Tradition und Wandel

Am Beispiel der Gouvernements Moskau, Tver’ und Rjazan’ 1762-1861

Schriften zur Kulturgeschichte, Band 47

Hamburg 2018, 342 Seiten
ISBN 978-3-8300-9592-7 (Print & eBook)

A. Bolotov, A. Puškin, Adel, Adelsgut, Adlige Lebensweisen, Alexander I von Russland, Alltag, Katharina die Große, Katharina II, Kulturgeschichte, Kulturwelten, Lebenswelten, Mentalitätsgeschichte, Mentalität und Kultur, Moskau, Nikolaus I, Osteuropäische Geschichte, Rjazan, Russische Gouvernements, Russischer Adel, Russisches Kaiserreich, Russische Sozialgeschichte, Tradition, Tver, Wandel

Zum Inhalt

Der russische Adel sorgte für Bewunderung und harte Kritik, für Höhen und Tiefen in der russischen Innen- und Außenpolitik. Seine Geschichte zeugt von rasanten und gebrochenen Karrieren, von ständischer Solidarität und persönlichen Krisen, von Treue gegenüber den russischen Kaisern und dem orthodoxen Glauben, aber auch von Phasen politischen Widerstands und kultureller Dissonanzen.

Dieses Buch präsentiert zum ersten Mal die Lebenswelt und Mentalität der Vertreter sämtlicher russischer Adelskreise in unterschiedlichen Regionen in einer longue dure, vom Aufblühen der Adelskultur im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts bis zum Beginn des Niedergangs adliger Macht nach der Aufhebung der Leibeigenschaft 1861.

Auf der Grundlage archivalischer Quellen und architektonischer Hinterlassenschaften wird eine komparative Analyse des russischen Stadt- und Provinzadels geliefert. Aus einer mentalitätshistorischen Perspektive erfasst die Autorin nationale Eigenschaften und kulturelle Spezifika des russischen Adels und gibt Einblicke in das adlige Verständnis sozialhistorischer Phänomene wie der Leibeigenschaft ebenso wie in die Zusammenhänge zwischen tradierten kulturellen Bräuchen und der adligen Lebensweise.

Die Untersuchung revidiert verbreitete Vorstellungen wie die der Unkenntnis der russischen Sprache und deren Vernachlässigung zugunsten der französischen Sprache im Hochadel. Ebenso korrigiert die Autorin bisherige Thesen über die Abhängigkeit des Adels vom Herrscher sowie über das Desinteresse der Adligen an privater Wirtschaft und an der lokalen Infrastruktur. Eine Entdeckung stellen neue Befunde zur Emanzipation der adligen russischen Frauen auf dem Arbeitsmarkt dar.

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