Forschungsarbeit: Kunstvermittlung als soziale Praxis

Kunstvermittlung als soziale Praxis

Eine Studie über künstlerische Arbeit mit Jugendlichen

EUB. Erziehung – Unterricht – Bildung, Band 180

Hamburg 2017, 142 Seiten
ISBN 978-3-8300-9419-7

Axel Honneth, Bildung, Empirische Forschung, Erziehungswissenschaft, Inklusion, Joseph Beuys, Jugendliche, Kunst, Kunstvermittlung, Migration, Museum, Pierre Bourdieu, Qualitative Forschung, Schule, Soziale Ungleichheit

Zum Inhalt

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Im Zentrum dieser Untersuchung steht das KOMM! Projekt mit der Frage, inwiefern es dem Kunstprojekt gelingt im Rahmen der Arbeit mit sozial benachteiligten Jugendlichen persönlichkeitsfördernde Impulse zu geben. Wie können Perspektiven für die Herausbildung positiver Selbstbilder der Jugendlichen eröffnet werden?

Ausgangspunkt dieser Forschungsarbeit sind Theorien sozialer Ungleichheit, die am Beispiel von Ausgrenzungserfahrungen entlang der gesellschaftlichen Statusposition von Hauptschülern diskutiert werden. Hierzu werden Selbst- und Fremdwahrnehmungsbilder mithilfe emotionssoziologischer Theorien, die sich mit der Verbindung von Status und gesellschaftlicher Zuschreibung beschäftigen, erarbeitet. Aufbauend auf der These der negativen Selbstbewertung Jugendlicher mit sozialen Benachteiligungen widmet sich das nächste Kapitel der Kunstvermittlung als Konzept zur Inklusion. Die Geschichte der Kunstvermittlung wird vor dem Hintergrund des Bedeutungswandels der Museen als Orte der Teilhabemöglichkeiten nachgezeichnet.

Die empirischen Daten werden mithilfe teilnehmender Beobachtung und Durchführung von Leitfadeninterviews mit Schülern, projektleitenden Künstlern und Schullehrkräften erhoben.

Kunstvermittlung ist basierend auf den empirischen Ergebnissen ein geeignetes Konzept, um inkludierende Impulse für Erfahrungs- und Lernprozesse bei sozial benachteiligten Jugendlichen anzustoßen. Bei künstlerischer Arbeit sind individuelle Lernstrategien gefragt, in denen sich Schüler mit einem Thema auseinandersetzen und konfrontieren. Es werden Kreativität und Gruppenstärkung, die sich positiv auf das Selbstbild auswirken, angeregt.

Die Fragen nach dem Inklusionspotenzial kunstvermittelnder Projekte behalten weiterhin ihre Aktualität und Relevanz im Bildungsdiskurs. Perspektivisch geht es darum, eine dauerhafte Kooperation von Bildungsträgern und schulischen Institutionen, unter Einbezug zeitgenössischer Kunstmuseen und Künstler, entschieden zu forcieren. Nur so kann eine Basis für das Erproben und Weiterentwickeln verschiedener Projekte der Kunstvermittlung für eine breite Zielgruppe, insbesondere für Jugendliche in schwierigen Status- und Übergangsphasen, geschaffen werden.



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