Forschungsarbeit: Ambrosius: De paradiso

Ambrosius:
De paradiso

Übersetzung mit Erläuterungen zum Inhalt und zum literarischen Hintergrund

Studien zur Kirchengeschichte, Band 17

Hamburg 2013, 290 Seiten
ISBN 978-3-8300-7124-2 (Print & eBook)

Adam und Eva, Allegorische Auslegungsmethode, Altes Testament, Apelles, Göttliches Gnadenhandeln, Gott, Guter Gott - böser Gott, Himmlisches Jerusalem, Mailand im 4. Jh. n. Chr., Neues Testament, Paradies, Philo-Rezeption, Sünde, Theologie

Zum Inhalt

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Immer wieder haben namhafte Ambrosius-Forscher, allen voran Ernst Dassmann und Christoph Markschies, dazu angeregt, den geistesgeschichtlich-literarischen Hintergrund der Schriften des Ambrosius, nicht zuletzt aus seinen frühen Amtsjahren als Bischof von Mailand, zu untersuchen.

Diesem Anliegen widmet sich der Verfasser, indem er Ambrosius’ erste bibelexegetische Schrift „De paradiso“ übersetzt, sie in den Zusammenhang ihrer Entstehungszeit stellt und Ambrosius’ Umgang mit der philonischen Vorlage nachgeht.

Als Ambrosius kurz nach Antritt seines Mailänder Bischofsamts seine Schrift „Über das Paradies“ verfasste, fügte er dort (vielleicht Predigt-) Vorlagen zusammen, die sich mit der Auslegung der Genesiskapitel 2,8 bis 3,19 befassen. Er sah sich dazu veranlasst durch die Verunsicherung seiner Mailänder Christengemeinde über die Bibel und das Böse in der Welt, die von damaligen Sekten (namentlich genannt wird Apelles) verursacht wurde: Das Alte und das Neue Testament, so hieß es, vermittelten unterschiedliche Bilder von Gott und seien deshalb unvereinbar. Und dementsprechend sei der gute Gott des Neuen vom bösen Gott des Alten Testaments zu trennen. Diesem sei dann auch das Vorhandensein des Bösen anzulasten, gegen das sich der gute Gott nicht habe durchsetzen können.

Dieses Dilemma beschäftigte seine Zeitgenossen in Mailand (unter ihnen übrigens auch Augustinus) so sehr, dass es Ambrosius ein Anliegen war, der pessimistischen Weltsicht der Gegner seine frohe Botschaft des göttlichen Heilsgedankens in Jesus Christus entgegenzusetzen, den er – in vielfältigen Variationen – von der Konzeption des urständlichen, vorläufigen Paradieses ausgehend über Christus als Heiland bis zum endzeitlichen, ewigen Paradies entfaltet. So stellt Ambrosius die Weltgeschichte als Heilsgeschichte und den Menschen als Gottes Geschöpf dar, das einerseits mit freiem Willen ausgestattet ist und deshalb sündigen kann, andererseits aber unter der vergebenden Gnade Gottes steht.



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