Dissertation: Die freiwillige Jahresabschlussprüfung von Kapitalgesellschaften und bestimmten Personenhandelsgesellschaften in Deutschland

Die freiwillige Jahresabschlussprüfung von Kapitalgesellschaften und bestimmten Personenhandelsgesellschaften in Deutschland

Eine empirische Untersuchung

Schriftenreihe innovative betriebswirtschaftliche Forschung und Praxis, Band 497

Hamburg 2018, 316 Seiten
ISBN 978-3-339-10470-0 (Print), ISBN 978-3-339-10471-7 (eBook)

Abschlussprüfung, Betriebswirtschaft, Bilanzrichtlinie, Differenzierung, Fragebogen, Freiwillig, Jahresabschluss, Jahresabschlussprüfung, Kapitalgesellschaft, kleine Unternehmen, Nicht kapitalmarktorientiert, Normierung, Personenhandelsgesellschaft, Prinzipal-Agent-Theorie, Vierte EG-Richtlinie, Wirtschaftsprüfer

Zum Inhalt

„Mit der Zielsetzung, den Verwaltungsaufwand für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zu reduzieren, wurden mit der neuen Bilanz-Richtlinie 2013/34/EU der Europäischen Union auch die Schwellenwerte für kleine und mittlere Unternehmen angehoben. Damit werden einem größeren Kreis an Unternehmen Erleichterungen in der Finanzberichterstattung gewährt. Eine wesentliche Erleichterung in diesem Kontext ist die mögliche Befreiung kleiner Unternehmen von einer gesetzlichen Abschlussprüfung. Inwieweit diese Erleichterung in nationales Recht übernommen wird, obliegt jedoch der Entscheidung der jeweiligen Mitgliedstaaten. Während der deutsche Gesetzgeber seit jeher die durch EU-Recht eingeräumte größenabhängige Befreiung kleiner Unternehmen von der Abschlussprüfung voll ausgeschöpft hat, lässt sich dies für andere europäische Mitgliedstaaten nicht beobachten. Dies legt nahe, dass der Nutzen einer Abschlussprüfung für kleine Unternehmen von den Gesetzgebern der jeweiligen Mitgliedstaaten sehr unterschiedlich beurteilt wird. Vor diesem Hintergrund setzt sich Herr Weik in seiner Dissertationsschrift mit der ökonomischen Begründung der Abschlussprüfung und deren gesetzlichen Normierung in Deutschland auseinander. Anhand einer Fragebogenstudie untersucht er die Charakteristika von kleinen Unternehmen, die ihren Jahresabschluss freiwillig prüfen lassen.

Die Arbeit von Herrn Weik gibt einen sehr guten Einblick in die ökonomische Begründung der Normierung von Abschlussprüfungsleistungen und arbeitet die in der Literatur bestehenden Erkenntnisse zur freiwilligen Abschlussprüfung nicht kapitalmarktorientierter Unternehmen sehr strukturiert heraus. Die durchgeführte Fragebogenstudie zeigt, dass in Deutschland nur etwa 12% der befragten Unternehmen ihren Jahresabschluss freiwillig prüfen lassen. Dieses Ergebnis ist insofern überraschend, als dass in bisherigen Studien für andere europäische Länder Prüfungsquoten von 27%-80% ermittelt wurden. Als wesentliche Determinanten für eine freiwillige Abschlussprüfung identifiziert Herr Weik den Anteil der nicht in die Geschäftsführung involvierten Gesellschafter, die Rechtsform des Unternehmens, den Status als Tochterunternehmen, die Beurteilung der Wichtigkeit von Abschlussinformationen für die Aufgaben des Geschäftsführers sowie die Auslagerung von Rechnungslegungsaufgaben an einen Wirtschaftsprüfer.

Die nunmehr als Buch vorliegende Dissertationsschrift von Herrn Weik stellt eine äußerst lesenswerte Lektüre dar, die einen wichtigen, forschungsgeleiteten Beitrag zur aktuell stattfindenden Diskussion zur Normierung der Unternehmensberichterstattung nicht-kapitalmarktorientierter Unternehmen liefert. Ich bin davon überzeugt, dass die strukturiert herausgearbeiteten Forschungsergebnisse sowohl für Wissenschaft als auch für die Normierungs- und Wirtschaftsprüfungspraxis von hoher Relevanz sind.“

Bamberg, im August 2018
Univ.-Prof. Dr. Brigitte Eierle

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