: Einheit und Zerfall - Deutschland und Sowjetunion im Gegenlauf der Geschichte

Einheit und Zerfall - Deutschland und Sowjetunion im Gegenlauf der Geschichte

Vom Moskauer Vertrag bis zum Ende des roten Imperiums - ein Zeitzeugenbericht

Studien zur Zeitgeschichte, Band 2

Hamburg 1993, 230 Seiten
ISBN 978-3-86064-093-7 (Print)

Bundesrepublik Deutschland, DDR, deutsche Einheit, Geschichtswissenschaft, Glasnost, Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit, KSZE, Moskauer Vertrag, Ostpolitik, Perestrojka, Sowjetunion, Wiedervereinigung, Zeitzeugenbericht

Zum Inhalt

Die Wiederherstellung der staatlichen Einheit Deutschlands hat ursächlich nicht den Zerfall der Sowjetunion bewirkt. Dennoch haben die beiden Großereignisse des ausgehenden Jahrhunderts in der „Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit“ (KSZE) einen nicht unwesentlichen gemeinsamen Ausgangspunkt. Bei der Verabschiedung der KSZE-Schlussakte von Helsinki im Jahre 1975 schien allerdings das Gegenteil besiegelt: Die Festschreibung der als Ergebnis des Zweiten Weltkrieges entstandenen Grenzen und damit auch ein dauerhaftes Weiterbestehen von zwei deutschen Staaten.

Nach der deutschen Wiedervereinigung blieben diejenigen, die viel zu lange auf den territorialen Status quo und auf deutsche Zweistaatlichkeit gesetzt hatten, nur kurze Zeit mit Sprachlosigkeit geschlagen. Durch unangemessene Anteilsbeanspruchungen an den eingetretenen Veränderungen sind sie nun um Legendenbildungen bemüht. Wenn zum Beispiel der Vordenker und „Chefarchitekt der Ostpolitik“, Egon Bahr, heute in Talk-Shows feststellt, dass die KSZE-Schlussakte der „Humus“ für das Erreichen der deutschen Einheit gewesen sei, ist das durch sein Verhalten kaum gedeckt. Im Gegenteil: Bahr hat sich eher als „Extremist des Status quo“ erwiesen.

In seiner umfassenden, dokumentarisch belegten Untersuchung der innenpolitischen Kontroversen in der deutschen Schicksalsfrage und der wechselvollen, zum Schluss gegenläufigen deutsch-sowjetischen Beziehungen bringt der Autor, langjähriger Angehöriger des Bundespresseamtes, auch Vorgänge zur Sprache, die bislang nicht Gegenstand der zeitgeschichtlichen Forschung waren.



Informationen über das Veröffentlichen wissenschaftlicher Arbeiten.

nach oben