Dissertation: Sprachliche Wandelprozesse im russischen öffentlichen Diskurs des 20.–21. Jahrhunderts

Sprachliche Wandelprozesse im russischen öffentlichen Diskurs des 20.–21. Jahrhunderts

Studien zur Slavistik, Band 39

Hamburg 2017, 306 Seiten
ISBN 978-3-8300-9309-1 (Print & eBook)

20. Jahrhundert, 21. Jahrhundert, Diskursanalyse, Korpuslinguistik, Linguistische Sowjetologie, Massenmedien, Öffentlicher Diskurs, Politische Medien, Postsowjetische politische Linguistik, Presse, Russisch, Russland, Sozialer Wandel, Sozialgeschichte, Soziolinguistik, Sprachgebrauch, Sprachliche Wandelprozesse, Sprachwandel, Vladimir Putin

Zum Inhalt

Katharina Kunz setzt sich in ihrer Untersuchung am Beispiel der russischen Presse mit dem öffentlichen Sprachgebrauch vor der Revolution von 1917, in der Mitte der stalinistischen Periode (1936–1939) sowie am Ende der zweiten Regierungsamtszeit von Putin (2006–2007) auseinander. Die sprachliche Analyse erfolgt in Verbindung mit dem soziohistorischen und politischen Kontext der jeweiligen Periode. Von der Autorin wird ein Überblick über den Forschungsstand zur linguistischen Sowjetologie und zur postsowjetischen politischen Linguistik geboten. Außerdem werden die Fragen der Ideologiegebundenheit der öffentlichen Sprache sowie der Ritualität in die Untersuchung eingebunden. Letztendlich wird ein integratives Ritualitätsmodell ausgearbeitet, welches z. B. im Rahmen der politischen Linguistik bei der Bestimmung der Ritualisiertheit der Texte hilfreich sein kann.

Die Verfasserin versucht in ihrer Studie, die Herausbildung der offiziellen sowjetischen Sprache in ihrer Anfangsperiode zu verfolgen. Ferner werden die Zeitungstexte der Gegenwart auf Merkmale der ritualisierten totalitären Sprache untersucht, um die Rolle der Ritualität im modernen öffentlichen Diskurs zu ermitteln. Die sprachliche Analyse der Wandelprozesse im Sprachgebrauch verläuft dabei teildiskursspezifisch, besonders im Hinblick auf die gegenwärtige Periode, die sich durch die Herausbildung von Teildiskursen auszeichnet, welche nach unterschiedlichen soziolinguistischen Parametern definiert werden.

Um den typischen Sprachgebrauch für einzelne Perioden und ideologische Ausrichtungen zu beschreiben, greift die Autorin auf Elemente der computergestützten quantitativen Inhaltsanalyse zurück. So werden z. B. maschinell gewonnene Frequenzlisten und Konkordanzen zur Ermittlung von Schlag- und Schlüsselwörtern des jeweiligen Ausschnittes des öffentlichen Diskurses und ihrer Kombinierbarkeit herangezogen. Der quantitativen folgt die qualitative Untersuchung des Korpusmaterials, wo das im theoretischen Teil ausgearbeitete Ritualitätsmodell seine Anwendung findet. Es werden dadurch unterschiedliche Ritualitätsausprägungen in den behandelten Teildiskursen festgestellt und analysiert.



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