Konstanze Jung Stereotypisierungen und Hybridisierungen in ausgewählten deutschen Romanen nach 1945 unter Berücksichtigung der deutsch-polnischen Beziehungen –
Interkulturelle Perspektiven für das Fach Deutsch und den historisch-politischen Unterricht
Hamburg 2016, 234 Seiten
Zum Inhalt
Stereotypisierungs- und Hybridisierungserscheinungen sind in den vergangenen Jahrzehnten zu vielseitigen Forschungsparadigmen auf kultur- und literaturwissenschaftlichem Gebiet avanciert.
In der Studie wird der Fragestellung nachgegangen, wie diese Themenkomplexe, bezogen auf sechs deutsche Romane nach 1945, zum Erwerb interkultureller Kompetenz bei Schülerinnen und Schülern beitragen können. Grundlage bilden dabei die Werke „Die Blechtrommel“ von Günter Grass, „Levins Mühle“ von Johannes Bobrowski, „Die Reise nach Jaroslaw“ von Rolf Schneider, „Kindheitsmuster“ von Christa Wolf, „Heimatmuseum“ von Siegfried Lenz und „Himmelskörper“ von Tanja Dückers.
Das Werk ist sowohl pädagogisch-didaktisch als auch literaturwissenschaftlich ausgerichtet. Zunächst werden aktuelle Diskurse zu den Termini „Stereotypisierungen“, „Hybridisierungen“ und „interkulturelle Kompetenz“ aufgearbeitet und erörtert. Danach erfolgt die Untersuchung der Rolle von Stereotypisierungen und Hybridisierungen im historischsoziologischen Umfeld der deutsch-polnischen Beziehungen der letzten 200 Jahre, da sie zu kontextualisieren unabdingbar ist, um das Wesen der Romane zu verstehen, die in Bezug auf die auftretenden Stereotypisierungs- und Hybridisierungserscheinungen analysiert werden.
Darüber hinaus findet eine Auseinandersetzung mit spezifischen Unterrichtsmethoden statt, besonders mit handlungsorientierten Methoden, die auf Selbsterfahrungslernen ausgerichtet sind, und zwar inwiefern sich ausgewählte Übungen auf diesem Gebiet in Kombination mi den Werkanalysen zusammenführen lassen, um interkulturelle Kompetenz zu fördern. Die didaktische Forschung baut großenteils auf literatursoziologischen und alteritätsspezifischen Untersuchungen auf. Aus literaturdidaktischer Perspektive soll aber auch der rezeptionsästhetische Ansatz nicht unerwähnt bleiben. Die Rezeptionsästhetik konzentriert sich speziell auf die Rolle des Lesers im Rahmen der Werklektüre. Die konkreten unterrichtsbezogenen Darstellungen orientieren sich in erster Linie am Berliner Modell der lehr-/ lerntheoretischen Didaktik nach Paul Heimann, das mit seiner Konkretheit und Vielseitigkeit einen hilfreichen Rahmen liefert. Selbsterfahrungslernen trägt dazu bei, dass Lernende ihre eigene (immer öfter hybride)Identität besser wahrnehmen und somit auch für andere Menschen in verschiedenen Lebenssituationen sensibilisiert werden. Dies kann dadurch erreicht werden, dass sich die Jugendlichen mit Romanheldinnen und -helden vergleichen, ihre Identität durch ausgewählte didaktische Aktivitäten ergründen, dadurch genauer kennenlernen und sich gegebenenfallsmit ihnen identifizieren.
Indem die Lernenden, durch handlungsorientierte Aufgaben veranlasst, in unterschiedliche Rollen schlüpfen, sind sie in der Lage, sich auch außerhalb des schulischen Lernsettings in die Perspektiven anderer Menschen hineinzuversetzen und deren Verhalten nachzuvollziehen.
Schlagworte
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| Autorin | Konstanze Jung |
| Titel | Stereotypisierungen und Hybridisierungen in ausgewählten deutschen Romanen nach 1945 unter Berücksichtigung der deutsch-polnischen Beziehungen – |
| Untertitel | Interkulturelle Perspektiven für das Fach Deutsch und den historisch-politischen Unterricht |
| Seiten | 234 |
| Erscheinungsjahr | 2016 |
| Erscheinungsdatum | 16.06.2016 |
| Ort | Hamburg |
| ISBN (Print) | 978-3-8300-9102-8 |
| eISBN (eBook) | 978-3-339-09102-4 |
| Schriftenreihe | EUB. Erziehung – Unterricht – Bildung |
| Band | 175 |
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