Forschungsarbeit: Religionskritik in Goethes Prometheus-Hymne, in den Venezianischen Epigrammen und in der Ballade Die Braut von Corinth

Religionskritik in Goethes Prometheus-Hymne, in den Venezianischen Epigrammen und in der Ballade Die Braut von Corinth

Ein Beitrag zum Thema „Goethe und das Christentum“

Studien zur Kirchengeschichte, Band 22

Hamburg 2014, 436 Seiten
ISBN 978-3-8300-8132-6 (Print & eBook)

Rezension

[...] Ihr [der Arbeit] großer Wert liegt besonders in der Auflösung zahlreicher Anspielungen. Einige Epigramme werden hier zum ersten Mal überzeugend interpretiert. Insgesamt bringt Rahe den unbequemen, angriffslustigen Goethe besser zur Geltung. Man lernt einen Dichter kennen, der seine Gegnerschaft zum Christentum literarisch produktiv zu machen weiß. Die Arbeit regt dazu an, genauer zu erforschen, wie sich Goethes Religionsauffassung in seiner Dichtung bemerkbar macht.

Vincenz Pieper, in:
IASLonline, 26.12.2017

Antike, Bibel, Christentum, Die Braut von Corinth, Germanistik, Griechische Mythologie, Heidentum, Johann Wolfgang von Goethe, Mythologie, Prometheus-Hymne, Sexualität, Theologie, Venezianische Epigramme

Zum Inhalt

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Zum Thema „Goethe und das Christentum“ lag eine Studie, welche die gesamte Forschungsliteratur berücksichtigt und aufführt, bislang nicht vor. Eine Übersicht über die Argumente, die seit 1775 angeführt worden sind, um dessen ‘Heidentum‘ oder aber um dessen ‘Christentum‘ zu erweisen, hat bisher gefehlt. Goethes Selbstaussagen über sein ‘Heidentum‘ werden hier nun erstmals vollständig erfasst und dargestellt.

Das Ziel dieser Studie ist, darzulegen, welche Blicke der größte deutsche Dichter in verschiedenen Phasen seines Lebens auf das Christentum wirft, so, wie sie in einigen seiner Gedichte zum Ausdruck kommen. Als die ‘heidnischsten‘ Werke Goethes überhaupt gelten seit je die Römischen Elegien, die Venezianischen Epigramme und Die Braut von Corinth, und als sein religionskritisch bedeutsamstes Werk gilt die Prometheus-Hymne.

Bei der Prometheus-Hymne (1773) wird das Paradoxon entfaltet, dass Goethe im Gewande griechischer Mythologie das Christentum treffen will. Anschließend wird auf die Verwendung religiöser Sprache in religionskritischer Absicht eingegangen. Erst danach wird der ‘Sitz im Leben‘ dieses Gedichts bestimmt, bevor erklärt wird, weshalb Prometheus – über bloßen Trotz hinaus – Grund für sein selbstbewusstes Sprechen hatte. Der Frage der Theodizee ist ein eigener Abschnitt gewidmet.

Es geht anschließend um die Frage, welche Sicht des Christentums in den 170 Venezianischen Epigrammen von 1790 zum Vorschein kommt. Zunächst wird Goethes Antike-Rezeption dargestellt, und danach wird die (in den Venezianischen Epigrammen formulierte) Kritik am Christentum vollständig aufgezeigt.

Die Untersuchung der Ballade Die Braut von Corinth (1797) arbeitet heraus, wie Goethe hier die Leibfeindlichkeit des Christentums kritisiert, und zeigt, wie stark sich der Text dieser Ballade mit dem Ersten Korintherbrief des Apostels Paulus auseinandersetzt.

Für das gesamte vorliegende Abhandlung gilt, dass in den untersuchten Werken sämtliche Bibeladaptionen Goethes herausgearbeitet werden. Dies ist also auch eine Studie zur Wirkungsgeschichte der Bibel.



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