: Cagliostro und Christus

Cagliostro und Christus

Zu den biblischen Anspielungen in Goethes Komödie „Der Groß-Cophta“

THEOS – Studienreihe Theologische Forschungsergebnisse, Band 7

Hamburg , 232 Seiten

ISBN 978-3-86064-194-1 (Print)

Zum Inhalt

Dieses Buch ist die erste Monographie zu Goethes bedeutendster Komödie überhaupt. Die Arbeit beginnt streng historisch mit einer Darstellung der sogenannten „Halsbandaffäre“, die zur Vorgeschichte der Französischen Revolution gehört, und stellt heraus, was an diesem Sujet Goethe gereizt hat, eine Komödie zu schreiben. Der zunächst perspektivisch verengte Blick auf die biblischen Anspielungen im „Groß-Cophta“ weitet sich im Verlauf einer minutiös durchgeführten Mikroanalyse in die beiden großen Problemfelder der Stellung Goethes zum Christentum und der Haltung Goethes zur Französischen Revolution.

Als zentrales Thema des Lustspiels stellt der Verfasser den Aspekt „Betrug, ermöglicht durch Wundergläubigkeit“ heraus. Aus der Wundergläubigkeit der Figuren des Dramas leitet der Verfasser nicht nur die Bibelsprache des Goethe-Textes ab, sondern weist auch politische Implikationen des 1791 geschriebenen Dramas nach. Zielpunkt der Kritik dieses Lustspiels ist der falsche, durch vermeintliche Wundertätigkeit erhobene Anspruch des Scharlatans Cagliostro (1743-1795) und die Wundergläubigkeit der Zeitgenossen, die diesem falschen Propheten Glauben schenkten. Cagliostro hat bewusst die Christus-Figur imitiert und damit in ganz Europa Erfolg gehabt. Diese Tatsache greift Goethe auf. Die Untersuchung arbeitet, indem sie sowohl die religiöse und als auch die politische Dimension dieses Dramas freilegt, interdisziplinär. Außerdem zeigt das Buch, wie sehr der Forschung bisher Goethes Bibeladaptionen entgangen sind.

Das Ineinanderwirken von Bibeladaption und Geschichte stellt der Verfasser auch in einer Interpretation des Goethe-Gedichts „Neue Heilige“ heraus. Er legt auch hier die theologischen Rezeptionsformen biblischer Stoffe genau dar und stellt das Werk in seinen konkreten historischen Zusammenhang. Zudem druckt er nach der Goetheschen Handschrift eine bisher noch nie publizierte Fassung dieses Gedichts.

Die genaue, übersichtliche Belegstruktur und die klare Sprache erleichtern die Lektüre dieses materialreichen Buchs sehr.

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