Dissertation: Finanzsysteme und Wirtschaftswachstum

Finanzsysteme und Wirtschaftswachstum

Eine theoretische und empirische Untersuchung des Zusammenhangs zwischen finanzieller Entwicklung und realem Wirtschaftswachstum

Schriftenreihe der Forschungsstelle für Bankrecht und Bankpolitik an der Universität Bayreuth, Band 10

Hamburg 2010, 178 Seiten
ISBN 978-3-8300-5135-0 (Print & eBook)

Adverse Selektion, Banken, Betriebswirtschaftslehre, Endogene Wachstumstheorie, Entwicklungsökonomik, Finanzielle Entwicklung, Finanzkrise, Finanzsystem, Finanzwirtschaft, Kapitalmarkt, Makroökonomik, Moral Hazard, Querschnittsanalyse, Volkswirtschaftslehre, Wirtschaftswachstum

Zum Inhalt

Betrachtet man die mediale Präsenz und wirtschaftspolitische Diskussion über die Finanzkrise, gewinnt man den Eindruck, dass Defekte der Finanzsysteme für deren Instabilität und im Gefolge für die realen Einbrüche verantwortlich sind. Wenn es auch aktuell um eher kurzfristige Phänomene geht, so wird doch auch die grundsätzliche Frage nach der Bedeutung der Ausgestaltung von Finanzsystemen sowie der Entwicklung des Bankensektors und des Kapitalmarkts für die reale wirtschaftliche Entwicklung tangiert. In der wissenschaftlichen Debatte ist diese Fragestellung keineswegs neu, ohne dass die zahlreichen theoretischen und empirischen Arbeiten eine klare Schlussfolgerung zuließen. Vor diesem Hintergrund greift Damir Križanac nicht nur ein aktuelles Thema auf, sondern beschreitet zugleich neue Wege, um zur wissenschaftlichen Klärung beizutragen.

Durch ein endogenes Wachstumsmodell wird die Interaktion von Finanzsystem und Wirtschaftswachstum analysiert. Auch wenn der Modellanalyse restriktive Annahmen zugrunde liegen, so können Anknüpfungspunkte aufgezeigt werden, die zu erkennen erlauben, wie wirtschaftspolitische Maßnahmen oder die Änderung institutioneller Bedingungen im interdependenten Geflecht finanzieller und realer Variablen auf das Wirtschaftswachstum einwirken.

Mit Daten über den Entwicklungsstand des Finanzsystems sowie des Bankensektors und des Kapitalmarkts werden relevante Zusammenhänge nicht nur über alle erfassten Länder hinweg empirisch überprüft, sondern auch für Ländergruppen unterschiedlicher Einkommensniveaus. Für die Länder insgesamt wird die Hypothese einer positiven Wachstumsbedeutung finanzieller Variablen nicht widerlegt -- wenn auch die Wachstumsrelevanz nach Križanac‘ Befunden wesentlich schwächer ausgeprägt ist als in vergleichbaren früheren Untersuchungen. Der dennoch insgesamt bestehende signifikante Zusammenhang ist für die Gruppe der OECD-Länder nicht mehr auffindbar, was einem allgemeinen linearen Zusammenhang widerspricht. Eine Wachstumsirrelevanz finanzieller Variablen muss dies nicht bedeuten, sondern lässt eher einen Einfluss sich wandelnder, aber im Einzelnen noch unbekannter institutioneller Bedingungen vermuten.



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