Doktorarbeit: „Schlankheit ist jetzt nicht mein Lebensziel“ – Essstörungen und Bewegungsbiografien in weiblichen Lebensgeschichten

„Schlankheit ist jetzt nicht mein Lebensziel“ – Essstörungen und Bewegungsbiografien in weiblichen Lebensgeschichten

Schriften zur Sportwissenschaft, Band 86

Hamburg 2009, 336 Seiten
ISBN 978-3-8300-4378-2 (Print & eBook)

Adipositas, Anorexia Nervosa, Bewegung, Biografie, Bulimie, Essstörungen, Frauen, Frausein, Magersucht, Pädagogik, Qualitative Studien, Sportwissenschaft

Zum Inhalt

„Damit ich irgendwie nicht krank werde, höre ich auf zu essen.“
(Caroline, 36 Jahre)

Das Phänomen der Essstörungen hat in den letzten drei Jahrzehnten eine erhöhte Aufmerksamkeit gefunden, die sich in der Zunahme von Experten- und Fachwissen dokumentiert und in medialen Prozessen reflektiert. Im traditionellen Forschungsdiskurs werden Essstörungen vor allem durch technokratische Erklärungsmodelle und theoretische Konstruktionen geleitet, die defizitorientiert sind. Demgegenüber geht es in der Studie im Sinne einer ´phänomenologischen Grundhaltung´ um die Überwindung der gängigen Defizitorientierung des klinischen Blicks und die Herstellung von Offenheit für biografische Entwicklungs- und Bearbeitungsprozesse.
Die Studie muss also als Suche nach Zusammenhängen zwischen gesellschaftlichen und sozialen Bedingungen, individuellen Lebensgeschichten, Bewegungsbiografien und essgestörtem Verhalten verstanden werden. Die Basis hierfür bilden eine konstruktivistische Geschlechtertheorie und ein handlungstheoretisches Konzept von Gesundheit auf der Grundlage eines phänomenologischen ´Leibbegriffs.´

In biografisch erzählten Lebensgeschichten von Menschen, deren Essverhalten gemeinhin als ´krank´ bezeichnet wird, eröffnet die Studie einen unmittelbaren Einblick in die Lebenswelt von Mädchen und Frauen. Die Analyse und Interpretation von individuellen Biografien, vor dem Hintergrund komplexer Bezugstheorien führt zu einem veränderten Blickwinkel auf das Phänomen der modernen Essstörungen. Hierüber entsteht ein Neuverstehen, das über die traditionellen, technokratischen Erklärungsmuster hinausgeht und damit konkrete Auswirkungen auf das Verständnis von Bewegen in Alltag und Schule nimmt.



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