Doktorarbeit: Lobreden, Anekdoten, Zitate – Argumentationstaktiken in der Verteidigungsrede des Apuleius

Lobreden, Anekdoten, Zitate – Argumentationstaktiken in der Verteidigungsrede des Apuleius

Schriftenreihe altsprachliche Forschungsergebnisse, Band 5

Hamburg 2008, 292 Seiten
ISBN 978-3-8300-3412-4 (Print & eBook)

Antike Rhetorik, Apuleius, Argumentation, De magia, Exkurs, Gerichtsrede, Klassische Philologie, Magie, Philosophie, Sprachwissenschaft, Zauberei

Zum Inhalt

In seiner Verteidigungsrede De magia setzt sich der wortgewandte Redner Apuleius gegen den Vorwurf zur Wehr, eine reiche Witwe durch Liebeszauber zu einer Heirat mit ihm veranlasst zu haben. Zur Verteidigung gegen diese Anschuldigung bedient er sich zahlreicher Exkurse, die den sonstigen forensischen Kontext der Rede jedoch zu verlassen scheinen. Zu ihnen gehören Lobreden, anekdotische Einlagen, philosophische Abschweifungen sowie literarische Zitate. Sie alle wurden von der bisherigen Apuleius-Forschung häufig als Passagen deklariert, die der Rede erst nachträglich hinzugefügt worden seien. Man hat sie also als einen späteren Zusatz begriffen, den Apuleius erst eingebracht habe, als er die Rede zum Zwecke der Publikation umarbeitete. Diese Annahme hatte es zur Folge, dass der argumentative Ertrag der Exkurse für das primäre Ziel der Rede bislang kaum hinterfragt worden ist, und das heißt: für den Erweis der Unschuld. Denn trotz aller Ungewissheit hinsichtlich der Historizität der Rede sollte man das Anliegen des Apuleius ernst nehmen: Er will De magia als Selbstverteidigung in einem gerichtlichen Prozess verstanden wissen. Dies impliziert zugleich, dass das Publikum durch die vorgebrachten Argumente von der Unschuld des Angeklagten überzeugt werden soll.

Die Autorin untersucht genau die Funktion der Abschweifungen im Rahmen dieses Unschuldsbeweises und kommt zu dem Ergebnis, dass es in den Exkursen nicht nur, wie oft behauptet wurde, um das Zurschaustellen von Belesenheit und sprachlicher Gewandtheit geht. Es wird deutlich herausgearbeitet, welch großen Teil der Überzeugungsarbeit die oft als entbehrlich angesehen Partien eigentlich leisten.



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