Doktorarbeit: Literarische Gestaltung affektiver Störungen im Werk von Hermann Burger

Literarische Gestaltung affektiver Störungen im Werk von Hermann Burger

POETICA – Schriften zur Literaturwissenschaft, Band 99

Hamburg 2007, 238 Seiten
ISBN 978-3-8300-3280-9 (Print & eBook)

Ätiologie, Affektive Störung, Deutschsprachige Gegenwartsliteratur, Hermann Burger, Intertextualität, Literaturwissenschaft, Manie, Manisch-depressive Krankheit, Medizingeschichte, Melancholie, Neuere deutsche Literaturwissenschaft, Psychiatrie, Schweizer Autoren, Therapie

Zum Inhalt

Die literarische Darstellung psychiatrischer Krankheiten ist nicht nur für Psychiatrie, Medizingeschichte und Literaturwissenschaft interessant. Indem sie Einblicke in das Innenleben der literarischen Figur gewährt, befördert sie vielmehr bei jedem Leser ein allgemeines und tieferes Verständnis der literarisierten Geisteskrankheit.

In den Romanen und Erzählungen des Schweizer Autors Hermann Burger (1942-1989) nimmt die manisch-depressive Krankheit (bzw. bipolare affektive Störung) mit ihrem wechselhaften Verlauf zwischen Melancholie und Manie thematisch einen breiten Raum ein. In dieser Studie wird das literarische Werk Burgers erstmalig aus medizinisch-psychiatrischer und medizinhistorischer Perspektive analysiert. Die literarische Gestaltung der Dimensionen Phänomenologie, Ätiologie, Therapie, Sprache und Symbolik der manisch-depressiven Krankheit werden beschrieben. Darüber hinaus wird dargelegt, in welcher Form Burger medizinisches Textmaterial in sein Werk eingearbeitet hat (Intertextualität).

Als Ergebnis der Textanalyse zeigt sich, dass für die untersuchten Romane und Erzählungen Burgers der Verlauf melancholischer und manischer Phasen ein bedeutsames Strukturelement darstellt. Die von der aktuellen psychiatrischen Klassifikation beschriebene Psychopathologie depressiver und manischer Episoden findet sich beinahe vollständig in den jeweiligen Werken Burgers. Die Neurotransmitterhypothesen affektiver Störungen, die in den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts in der Psychiatrie Bedeutung erlangten, dienten Burger als ergiebiges literarisches Material. Eine wichtige Quelle für Burgers Spätwerk war das psychiatrische Fachbuch „Die larvierte Depression. Ein didaktisches Konzept zur Diagnose und Therapie somatisierter Depressionen“. Die „moderne“ psychiatrische Pharmakotherapie wird im literarischen Werk Burgers als unzulänglich beschrieben. Depression und Manie werden mit zahlreichen literarischen Bildern, wie z.B. einer Erdbohrung und einem Feuerwerk, veranschaulicht.



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