Dissertation: Sozialkompetenzen im Rettungswesen

Sozialkompetenzen im Rettungswesen

Eine Berufsfeldanalyse im Hinblick auf Notwendigkeit und Vermittelbarkeit sozialer Fähigkeiten

Studien zur Berufspädagogik, Band 8

Hamburg 2003, 304 Seiten
ISBN 978-3-8300-1096-8 (Print)

Rezension

Während die Aspekte »Opferbetreuung und Angehörigenbetreuung« unter den Begriffen Krisenintervention und Notfallseelsorge ausgiebig diskutiert werden, findet der Aspekt »Teamfähigkeit«, wie die auch meisten anderen Komponenten der sozialen Kompetenz, kaum Beachtung. In der vorliegenden Arbeit wird diesbezüglich folgende zentrale Frage gestellt: Welche Eckpfeiler lassen sich ausmachen, um soziale Kompetenz im Rettungswesen im Rahmen der gängigen Aus- und Fortbildungspraxis und der gegebenen Arbeitsverhältnisse zu fördern, welche Prämissen müssen zu diesem Zweck formuliert werden?

T. Braun, in:
Brandschutz, 65 (2011) 7

Berufspädagogik, Handlungskompetenz, Kommunikationskompetenz, Kompetenzerwerb, Pädagogik, Rettungsdienst, Sozialkompetenz, Teamarbeit, Teamfähigkeit

Zum Inhalt

In der modernen Arbeitswelt reichen fachliche Qualifikationen zur Bewältigung beruflicher Aufgaben nicht mehr aus. Fast überall wird daher der Ruf nach sogenannten Schlüsselqualifikationen laut. Eine der zentralsten Schlüsselqualifikationen bildet in diesem Zusammenhang der Bereich „Sozialkompetenz“, obgleich bei näherem Hinsehen äußerst unklar bleibt, was genau unter diesem Begriff eigentlich zu verstehen ist. Für den Bildungsbereich erweist sich diese begriffliche Unschärfe als Dilemma, denn nur klar definierte Bildungsziele eignen sich letztlich für formal organisierte Lernarrangements.

Erschwerend kommt hinzu, dass soziale Fähigkeiten als Lernziele der beruflichen Weiterbildung nicht nur vor dem Hintergrund individueller Persönlichkeits-, sondern auch berufstypischer Aspekte betrachtet werden müssen. Dieser Umstand wird in dem Band anhand einer spezifischen Dienstleistung, dem Rettungsdienst, aufgegriffen. In einer Berufsfeldanalyse wird zunächst der Rettungsdienst in der Bundesrepublik in unterschiedlichen Facetten beschrieben, um darauf basierend die elementaren Rahmenbedingungen und die Bedeutung sozialer Zusammenarbeit in diesem Arbeitssektor darzustellen. Der Begriff Sozialkompetenz selbst wird weiterhin einer intensiven Begriffsanalyse unterzogen, anhand unterschiedlicher handlungstheoretischer Ansätze bearbeitet und schließlich im Sinne eines als Bildungsziel geeigneten Terminus modifiziert. Im Fokus steht hierbei insbesondere der Erwerb von Handlungskompetenzen im allgemeinen und kommunikativer Fähigkeiten im speziellen.

Erst wenn die Besonderheiten des ausgewählten Berufsfeldes mit den aus der beschriebenen Begriffsanalyse gewonnenen Erkenntnissen zusammengeführt werden, können diejenigen Bedingungen und Voraussetzungen formuliert werden, die zur Planung und Durchführung gezielter Lernarrangements notwendig sind. Auch auf andere Berufsfelder lassen sich dabei zahlreiche Aspekte übertragen – insbesondere solche, die zu einer systematischen Betrachtung des Bildungsziel Sozialkompetenz beitragen. Damit wird in diesem Band ein Beitrag dazu geleistet, ein äußerst abstraktes Lernziel für Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung ein Stück weit zugänglich zu machen.



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