Dissertation: Sozialisation und Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen in Familie und stationären Heimeinrichtungen

Sozialisation und Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen in Familie und stationären Heimeinrichtungen

Eine empirische Studie zu Geschlecht und geschlechtersensibler Pädagogik

Gender Studies – Interdisziplinäre Schriftenreihe zur Geschlechterforschung, Band 35

Hamburg , 334 Seiten

ISBN 978-3-339-12508-8 (Print)
ISBN 978-3-339-12509-5 (eBook)

Zum Inhalt

Die Studie befasst sich mit der Sozialisation und den Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen in ihrer Herkunftsfamilie und der stationären Heimeinrichtung gem. § 34 des Achten Sozialgesetzbuches. Die Unterbringung außerhalb der eigenen Familie ist für die betroffenen Kinder und Jugendlichen, ein wichtiger Einschnitt und beeinflusst deren weitere Sozialisationserfahrungen. Anhand eines qualitativen Interviews wurden 26 Kinder und Jugendliche, 12 weiblich und 14 männlich, aus Nordrhein-Westfalen zu ihren Erfahrungen in ihren Herkunftsfamilien und ihrer aktuellen Lebenssituation in der stationären Kinder- und Jugendhilfe befragt. Die Befragten waren zum Zeitpunkt der Datenerhebung durchschnittlich knapp 15 Jahre alt und lebten im Mittel bereits seit 2,4 Jahren in der aktuellen stationären Heimeinrichtung. Als zentrale Themen nebst der Sozialisation und den Lebenswelten der Kinder und Jugendlichen sind deren eigene Vorstellung von der Kategorie Geschlecht, Geschlechterstereotypen sowie deren sexuelle Orientierung und Identität hervorzuheben. Die Auswertung der Interviews erfolgte anhand der qualitativen Inhaltsanalyse. Es können drei zentrale Ergebnisse benannt werden: 1. Die Lebenswelten der Befragten in der stationären Heimeinrichtung unterscheiden sich aus ihrer Sicht von denen in den Herkunftsfamilien. Das Aufwachsen in den Herkunftsfamilien stellten die Befragten als schwierig und belastend heraus, und sie gaben sich zum Teil die Schuld an der Implementierung von Hilfen zur Erziehung. Das Setting der Heimgruppe bewerteten die Befragten indes positiv und stellten dieses als familienähnlich heraus. 2. Es kann keine eindeutige Unterscheidung im subjektiven Erleben der Kinder und Jugendlichen im Bereich einer geschlechtsspezifischen Sozialisation in ihren Familien und in den Heimeinrichtungen herausgestellt werden. 3. Ein geschlechtersensibler Umgang seitens der Fachkräfte gegenüber den Kindern und Jugendlichen in den stationären Heimeinrichtungen ist nur teilweise vorhanden, insbesondere in Bezug auf den Umgang mit Geschlechterstereotypen und sexueller Vielfalt (LSBTTIQ*). Daraus leiten sich notwendige Sensibilisierungen und Handlungsempfehlungen für eine geschlechtersensible Pädagogik in der Praxis der stationären Kinder- und Jugendhilfe ab.

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