Forschungsarbeit: Weichenstellungen – Die Krisenzeiten um die Jahrhundertwenden der Moderne

Weichenstellungen –
Die Krisenzeiten um die Jahrhundertwenden der Moderne

Studien zur Geschichtsforschung der Neuzeit, Band 102

Hamburg 2020, 546 Seiten
ISBN 978-3-339-10904-0 (Print), ISBN 978-3-339-10905-7 (eBook)

Europa, Geschichtsforschung, Identität, Jahrhundertwenden, Kriege, Krisen, Krisenzeiten, Langzeitwirkungen, Migration, Moderne, Nationen, Regionen, Staatsgründungen, Vielvölkerreiche

Zum Inhalt

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Krisen bestimmen das Weltgeschehen, wenigstens könnte man das glauben, wenn man sich mit Medien befasst oder in der Öffentlichkeit umhört. Angesichts der großen Menschheitskrisen fragt man sich, was der kleine, alte Kontinent Europa noch an bedeutenden Krisen hervorbringen konnte und kann. Was die letzten zweihundert Jahre betrifft, waren europäische Krisen wichtig genug, um von der Welt sie zur Kenntnis genommen zu werden. Gerade um die Jahrhundertwenden, also dem Zeitraum um 1800, 1900 und 2000, lebten die Menschen im ständigen Krisenrhythmus. Wenn es nicht Kriege waren, dann Revolutionen oder beides zusammen, die alles umwarfen, was man eben noch als gesicherte Zukunft angesehen hatte. Und auch die friedlichen Umbrüche blieben manchmal nicht ganz so friedlich, wie es anfangs schien. Selbst wo es ohne Gewalt abging, wurde oft die Lebensplanung des Einzelnen zerstört, und in der Folge dann deren Selbstbewusstsein. Das war keineswegs zwangsläufig. Krisen hatten schöpferisches Potential, sie brachten die Chance zur Umorientierung. Krisen waren immer gut für etwas Neues, nachdem das Alte oft nicht mehr zu retten war. Krisen brachten das Gute wie das Schlechte im Menschen hervor.

In diesem Buch sollen diese Aspekte periodisiert geschildert werden, nicht in Form einer Aufzählung, es werden Zusammenhänge und Folgewirkungen gesucht. Es wird nach Weichenstellungen Ausschau gehalten. Gerade weil Europa nicht groß ist, konnten oft auf kleinem Raum unterschiedlichste Entwicklungen beginnen, oder man orientierte sich am Nachbarn. Grenzen wurden teilweise zu harten Abgrenzungen, teilweise zu Brücken zwischen benachbarten Regionen. Europa, seine Länder und Menschen haben in der Tat immer wieder Fehler gemacht, aber sie haben hin und wieder auch aus diesen Fehlern gelernt. Sie sind aber auch in der Lage, das Gelernte wieder zu verlernen. Was sich entwickelt hat, das sind die Menschen. Um 1800 begannen sie gerade, sich nicht mehr als passive Objekte einer Obrigkeit zu fühlen. Sie wurden selbständiger, begannen sich zu organisieren, neue Formen auszuprobieren. Nicht alles brachte die Menschheit voran, einiges führte sie auf verhängnisvolle Wege, Grund für die Entstehung einer neuen Krise, damit einer neuen Gefährdung oder einer Wette auf die Zukunft. Die liegt dann nach dem November 2019, hier endet das Buch.

Link der Autorin

www.gisela-kaben.de

    

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