Forschungsarbeit: Entzauberung durch Diskurs – Eine rechtssoziologische Analyse zu systemischen Risiken und handlungstheoretischen Verantwortlichkeiten

Entzauberung durch Diskurs – Eine rechtssoziologische Analyse zu systemischen Risiken und handlungstheoretischen Verantwortlichkeiten

Zur Option einer zeitgleichen System- und Sozialintegration

Soziologische Theorien in der Diskussion, Band 6

Hamburg , 244 Seiten

ISBN 978-3-8300-9400-5 (Print)
ISBN 978-3-339-09400-1 (eBook)

Zum Inhalt

Die Annahme, dass einzig und allein in der Kommunikation sowohl die eigene Existenz wie auch alle anderen Ziele aufrechterhalten bleiben, gehört zur Moderne. Mehr noch, sie verbindet eigentümlich den Akteur mit dem Adressat. Es gibt keine Intention ohne Kommunikation – in welcher Form und Reaktion auch immer. Die Kommunikation schließt die Kommunikationsverweigerung ein. Mit anderen Worten, funktional differenzierte Gesellschaften entstehen nur dort, wo Kommunikationen aufeinander abgestimmt werden müssen, wo also die Kommunikation mit einer Kommunikations­verweigerungs­kommunikation kommuniziert werden kann. Genau diese Eigenschaft macht die Kommunikation zu einem unverzichtbaren Begriff einer Gesellschaftstheorie und führt sie auch zu ihrer eigenen Entzauberung. Dieses Buch demonstriert, wie und wo diese Entzauberung stattfindet.

Gesellschaftstheorien behandeln nicht nur soziale Phänomene aus unterschiedlichen Perspektiven, sondern auch sich selbst. Dabei stellt die Gesellschaft als ein umfassendes System sowohl einen Ausgangs- wie auch einen Kritikpunkt dar. Ausgangspunkt, weil sie als Produkt einer Evolution, Differenzierung wie auch Reflexion aufzufassen ist. Kritikpunkt, weil sie entgegen zur Position von Aristoteles weder das Endziel, noch eine gesinnungsethisch aufzufassende Perfektion ist. Der Begriff „Gesellschaft“ ist ein sozialwissenschaftliches Konstrukt und soll helfen, die Funktionsweise der real existierenden Gesellschaften zu analysieren.

Dank dieser Begrifflichkeit könnte zum Beispiel eine Sozialwissenschaftlerin feststellen, dass ein Rechtswissenschaftler Menschen deswegen hilft, weil dies sein Beruf ist, während der Pfarrer dies aus Nächstenliebe heraus macht, wohingegen ein Unternehmer ohne helfen zu wollen, hilft. Obschon sie aus unterschiedlichen Motiven dieselbe Funktion erfüllen, dafür unterschiedliche Mittel einsetzen, die Folgen ihrer Handlungen anders antizipieren und schließlich dabei auch divergierende Ziele verfolgen, haben sie die Struktur gemeinsam, dass sie die Ziele, die Motive, die Folgen und die Zwecke ihrer Handlung jeweils unter eine einzige Fragestellung bringen. Wie sie dies genau machen und was genau diese Fragestellung ist, hängt von den Kontingenzen der (selbst-) gewählten Lebensführung ab. Ausgehend von diesen Annahmen behandelt dieses rechtsoziologisch angelegte Buch die Frage nach Risiko und Verantwortlichkeit immer dort, wo sie sich als eine Spannung zwischen System- und Sozialintegration niederschlägt.

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