Dissertation: Die Bedeutung morphosyntaktischer Fähigkeiten in Strukturmodellen des Leseverstehens ein- und mehrsprachiger Jugendlicher

Die Bedeutung morphosyntaktischer Fähigkeiten in Strukturmodellen des Leseverstehens ein- und mehrsprachiger Jugendlicher

Schriften zur Entwicklungspsychologie, Band 37

Hamburg , 340 Seiten

ISBN 978-3-8300-7922-4 (Print)
ISBN 978-3-339-07922-0 (eBook)

Zum Inhalt

Leseverstehen ist eine Schlüsselqualifikation des modernen Lebens. Umso schwerer wiegt es, dass ein bedeutsamer Teil der Gesellschaft nur über eingeschränkte Fähigkeiten in diesem Bereich verfügt. Insbesondere mehrsprachig aufgewachsene Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund können oftmals nur geringe Leseverstehensleistungen erbringen. Untersuchungen zeigten, dass solche Nachteile bilingual aufgewachsener Kinder und Jugendlicher zu einem großen Teil auf morphosyntaktische Schwierigkeiten zurückgeführt werden können, d.h. auf mangelndes Wissen über die grammatikalische Wohlgeformtheit von Wörtern, Phrasen und Sätzen. Bislang fehlte jedoch sowohl für ein- als auch für mehrsprachige Leserinnen und Leser eine Einordnung morphosyntaktischer Fähigkeiten innerhalb eines kognitiven Modells des Leseverstehens. Der Autor versucht mit zwei empirischen Studien diese Lücke zu schließen.

Das Buch bietet zunächst einen umfassenden Überblick über die kognitiven Prozesse und Voraussetzungen des Leseverstehens bei ein- und mehrsprachigen Leserinnen und Lesern. Morphosyntaktische Fähigkeiten werden dabei in ihrer zentralen Bedeutung für verschiedene Leseprozesse gewürdigt.

Die beiden Studien umfassen Untersuchungen mit mehr als 850 ein- und mehrsprachigen 15-jährigen Schülerinnen und Schülern. Die Probanden bearbeiteten eine Vielzahl von sprachlichen und metasprachlichen Aufgaben, z.B. die Leseaufgaben der PISA-Studie 2009. In Strukturmodellierungen untersuchte der Autor u.a., inwieweit die Vorhersagewerte für morphosyntaktische Fähigkeiten und Leseverstehen bei mono- und bilingualen Jugendlichen auf unterschiedliche sprachliche Verarbeitungsmuster schließen ließen. Beide Studien zeichnen sich durch elaborierte und differenzierte Analysemethoden aus. Im Gegensatz zu ähnlichen Studien wurden viele moderierende Faktoren und nicht lineare Effekte bei den Auswertungen berücksichtigt. Die Modellierungen erbrachten Hinweise auf übereinstimmende und abweichende Sprach- und Textverarbeitungsprozesse bei ein- und mehrsprachigen Leserinnen und Lesern. Diese Erkenntnisse stellen eine solide Grundlage für konkrete Fördermaßnahmen dar, um die Bildungssituation von mehrsprachig aufgewachsenen Kindern und Jugendlichen nachhaltig zu verbessern.

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