Doktorarbeit: Robert Friedrich Wetzel (1898–1962)

Robert Friedrich Wetzel (1898–1962)

Anatom – Urgeschichtsforscher – Nationalsozialist

Schriften zur Medizingeschichte, Band 6

Hamburg 2014, 438 Seiten
ISBN 978-3-8300-7296-6 (Print & eBook)

Rezension

[...] In einer umfangreichen und detaillierten Biografie beleuchtet Dr. Philip Scharer das Leben von Robert Wetzel aus verschiedenen Perspektiven. Die Geschichte der Anatomie an der Universität Tübingen findet dort ebenso Raum wie Wetzels für die damalige Zeit sehr fortschrittliche Grabungsmethodik sowie seine nationalsozialistische Hochschulpolitik – man gewinnt gleichsam einen Einblick hinter die Kulissen einer Universität auf dem Weg unter das Hakenkreuz. [...]

Ärzteblatt Baden-Württemberg, 11/2014

Ahnenerbe der SS, Anatomie, Geschichtswissenschaft, Gustav Riek, Heinrich Himmler, Hochschulpolitik im Dritten Reich, Höhlen im Lonetal, Löwenmensch, Medizingeschichte, Nationalsozialismus, Nationalsozialist, Nationalsozialistische Hochschulpolitik, Robert Friedrich Wetzel, Universität Tübingen, Urgeschichte, Urgeschichte der Schwäbischen Alb, Urgeschichtsforscher, Wilhelm Gieseler

Zum Inhalt

Er war Professor für Anatomie an der Universität Tübingen. Er war maßgeblich daran beteiligt, die Tübinger Universität in eine nationalsozialistische Hochschule zu verwandeln. Er war Dozentenführer, begeisterter Fossiliensammler und autodidaktischer Urgeschichtsforscher. Er hatte Erfolge und Neider, er war herzlich und streitsüchtig. Er war Forscher, bezahlt vom „Ahnenerbe“ der SS.

Und bei einer seiner Grabungen in den Eiszeithöhlen der Schwäbischen Alb wurde das wohl bedeutendste Werk der beweglichen Kunst aus der Frühzeit des Menschen gefunden: Der Löwenmensch.

Wetzels nationalsozialistische Ideologie indes war eigen und wich oft gehörig ab von der herrschenden Linie, selbst Heinrich Himmler musste sich mit seinen Denkschriften befassen.

Spannend ist es zu verfolgen, wie Wetzel es als Anatom gelang, urgeschichtliche Ausgrabungen im Lonetal auf der Schwäbischen Alb zu beginnen und über Jahre hinweg fortzuführen – selbst nach Ende des Zweiten Weltkrieges. Seine Grabungsmethodik war für die damalige Zeit sehr fortschrittlich und es gelangen ihm spektakuläre Funde, die bis in die heutige Zeit wirken.

Diese wissenschaftliche Biografie ist ein wichtiger und lange erwarteter Baustein zur Universitätsgeschichte Tübingens sowie zur Urgeschichte des Lonetals auf der Schwäbischen Alb.



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