Dissertation: Popper, Wittgenstein und der Feuerhaken

Popper, Wittgenstein und der Feuerhaken

Über Möglichkeit, Notwendigkeit und Grenzen einer philosophischen Wahrheitsdebatte

BOETHIANA – Forschungsergebnisse zur Philosophie, Band 98

Hamburg 2012, 376 Seiten
ISBN 978-3-8300-6137-3 (Print & eBook)

Antirealismus, Bedeutungstheorie, Erkenntnistheorie, Feuerhaken, Korrespondenztheorie, Künne, Philosophie, Popper, Postmoderne, Realismus, Sprachphilosophie, Wahrheitstheorie, Wittgentein

Zum Inhalt

Manchmal ist es in der Philosophie wie im wirklichen Leben. Zwei vernunftbegabte Menschen haben in grundsätzlichen Fragen völlig gegensätzliche Standpunkte, sie treffen sich, um miteinander zu reden, doch statt eines Konsenses steht am Ende der Diskussion ein Tumult.

So war das auch am 25. Oktober 1946, als sich zwei der großen Philosophen des 20. Jahrhunderts einmal – und das letzte mal – persönlich begegneten: Ludwig Wittgenstein und Karl Popper. Um dieses historische Aufeinandertreffen ranken sich wilde Legenden – vor allem deshalb, weil Wittgenstein Popper im Laufe der Veranstaltung in einem Seminarraum im King`s College in Cambridge zunächst mit einem Feuerhaken bedroht haben soll, um danach fluchtartig den Ort des Geschehens zu verlassen.

Zimmermann versucht, diesen sagenumwobenen Konflikt inhaltlich zu erklären. Die Grundthese ist dabei, dass im Hintergrund zwei völlig unterschiedliche (meta-)philosophische Grundansichten stehen, die (sprach-)rational nicht mehr tatsächlich zu vermitteln sind: Wittgensteins Spätphilosophie mit ihrer subversiven Auflösung etlicher der klassischen, aber verfestigten Fragestellungen der Philosophie einerseits. Und andererseits Poppers kritischer Rationalismus, der zwar auch zu gewissen Revisionen traditioneller Vorstellungen geführt hat, aber insgesamt an den traditionellen Aufgabenstellungen der Philosophie festhält – etwa was allgemeine Auskünfte über Wissen, Wahrheit, Erkenntnis und Objektivität angeht.

Gleichzeitig haben aber beide „Denkrichtungen“ in der Gegenwartsphilosophie enormen Einfluss. Zimmermanns Anliegen ist es, die beiden Philosophen des Feuerhaken-Konflikts nachträglich ins Gespräch zu bringen. Außerdem ist das Buch auch ein Plädoyer dafür, die regulative Idee einer objektiven Wahrheit auch in einem pluralistischen Zeitalter nicht aufzugeben. Und zwar selbst dann nicht, wenn wir manchmal keinerlei Kriterien dafür besitzen, ob eine konkrete Aussage nun wahr ist oder nicht.

Das Buch ist darüber hinaus eine gute Einführung in die Werke von Popper und von Wittgenstein sowie in die aktuellen Debatten der Erkenntnis- und vor allem in die der Wahrheitstheorie.



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