Doktorarbeit: Strafbarkeit des geschäfts­führenden Organs einer Private Company Limited by Shares in Deutschland

Strafbarkeit des geschäfts­führenden Organs einer Private Company Limited by Shares in Deutschland

Strafrecht in Forschung und Praxis, Band 235

Hamburg 2012, 202 Seiten
ISBN 978-3-8300-6091-8

Europarecht, Geschäftsführer, Gesellschaftsrecht, Limited, Niederlassungsfreiheit, Rechtswissenschaft, Scheinauslandsgesellschaft, Strafrecht

Zum Inhalt

Das Buch befasst sich mit Frage, inwieweit die Niederlassungs­freiheit die Anwendung nationaler Strafnormen auf den Geschäftsführer einer zugezogenen EU-Auslands­gesellschaft beeinflusst. Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die Prüfung der Strafbarkeit des Geschäftsführers einer englischen Limited mit ausschließlicher Unternehmenstätigkeit in Deutschland. Seit die Urteile des Europäischen Gerichtshofs Centros, Überseering und Inspire Art das Betreiben von innerhalb der EU gegründeten Schein­auslands­gesellschaften ermöglicht haben, entschieden sich vermehrt deutsche Unternehmer für die Limited als Gesellschaftsform. Dadurch wurde neben privatrechtlichen Fragen auch eine Vielzahl strafrechtlicher Fragen aufgeworfen, die von der Verfasserin untersucht werden. Die Verfasserin stellt zunächst abstrakt dar, welchen Einfluss das Unionsrechts allgemein und speziell die Niederlassungs­freiheit auf das nationale Strafrecht besitzt. Die Prüfung erstreckt sich dabei auf Strafnormen mit und ohne gesellschafts­rechtlichen Bezug. Die Verfasserin gelangt zu dem Ergebnis, dass die Anwendung von nationalen Strafnormen auf den Geschäftsführer einer zugezogenen EU-Auslandsgesellschaft zum einen aufgrund einer Ungleichbehandlung im Vergleich zum Geschäfts­führer einer inländischen Gesellschaft zu einer Kollision mit der Niederlassungs­freiheit führen kann. Zum anderen müssen sich Strafnormen mit gesellschaftsrechtlichem Bezug an der Nieder­lassungs­freiheit messen lassen. Deren Anwendung auf den Geschäfts­führer einer zugezogenen EU-Auslandsgesellschaft setzt eine Vergleichbarkeit der der Strafnorm zugrunde liegenden nationalen gesellschaftsrechtlichen Pflicht mit den sich aus dem Gründungsrecht der Gesellschaft ergebenden Pflichten voraus. Anhand der entwickelten Vorgaben untersucht die Verfasserin die Strafbarkeit des Limited-Geschäftsführers nach besonders relevanten Strafnormen.



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