Dissertation: Eigendynamik der Implementation – die geheime Macht der Lehrer

Eigendynamik der Implementation – die geheime Macht der Lehrer

Exemplarisch gesehen an Südafrikas Bildungsreform

Schulentwicklung in Forschung und Praxis, Band 11

Hamburg 2011, 410 Seiten
ISBN 978-3-8300-5566-2 (Print & eBook)

Bildungsreform, Bildungsumstrukturierung, Change Management, Curriculumentwicklung, Eigendynamik, Ermessensspielraum, Erziehungswissenschaft, Implementation, Pädagogik, Pädagogische Professionalität, Pädagogischer Freiraum, Qualitative Fallstudie, Schlüsselqualifikation, Schulentwicklung, Südafrikanische Schulreform

Zum Inhalt

Ca. 70 % aller Innovationsprojekte scheitern. Dies gilt insbesondere auch für die Implementation von gesetzlichen Bildungsreformen. Lehrer haben die (geheime) Macht, die Eigendynamik der Implementation entscheidend zu steuern. Für die erfolgreiche Implementation einer Reform sind die Einschätzung der Reform und die Handlungsweise des Lehrers ausschlaggebend. Bislang wird die Schlüsselrolle des Lehrers weithin übersehen und bei der Planung und Implementation von gesetzlichen Reformbestrebungen nicht berücksichtigt. Dabei ist entscheidend, wie sich der Lehrer in die Implementation einbringt, sich für die Reform einsetzt und wie er diese umsetzt.

Vor dem exemplarischen Hintergrund der südafrikanischen Bildungsreform (Beginn 1997) werden die wichtigsten Implementationsfaktoren einer gesetzlichen (Top-down-) Implementation herausgearbeitet, Schwachstellen aufgedeckt und die Reform fördernde Maßnahmen dargestellt. So wird die Eigendynamik einer gesetzlichen Reform greifbar gemacht, um dadurch die implementationsunterstützenden Faktoren in Zukunft gezielt anwenden zu können. Im Vordergrund steht dabei die Frage, welche Rolle der Lehrer bei der Implementation spielt und inwiefern sich der soziale und kulturelle Hintergrund des einzelnen Lehrers, sein professionelles Selbstverständnis und seine Professionalität auf den Implementationsprozess auswirken. Von besonderem Interesse ist dabei die Frage, welche Faktoren die Entscheidung des Lehrers, sich für eine von oben verordnete Reform einzusetzen, beeinflussen. Dabei bietet die bislang in der Forschungsliteratur kaum beachtete „Ausnutzung des Ermessensspielraumes“ neue Aufschlüsse. Während der Planung und der Implementation einer Bildungsreform ist die explizite Übergabe des innovativen Ermessensspielraumes an den Lehrer – so zeigt sich – von zentraler Bedeutung. Denn der innovative Ermessensspielraum ist der Bereich, in dem sich tatsächliche Veränderungen vollziehen können. So müssen Innovationsprojekte nicht scheitern.



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