Dissertation: Grundschulkinder zwischen Selbsteinschätzung und Fremdeinschätzung

Grundschulkinder zwischen Selbsteinschätzung und Fremdeinschätzung

Leistungsbereich Texte schreiben

Studien zur Schulpädagogik, Band 67

Hamburg , 350 Seiten

ISBN 978-3-8300-5214-2 (Print)
ISBN 978-3-339-05214-8 (eBook)

Rezension

Die vorliegende Forschungsarbeit bereichert die Debatte zur schulischen Leistungsbewertung um einen bisher unbeachtet gebliebenen Aspekt: die Perspektive der Kinder und deren Einschätzung ihrer Leistung im Bereich „Texte schreiben“.
[...] Besonders aufschlussreich ist die Beschreibung, wie gemeinsam mit den Kindern Qualitätskriterien für gelungene Texte erarbeitet werden.
in: forum schule heute, 24 (2010)

Zum Inhalt

Das Buch, eine Langzeitstudie in zwei Parallelklassen im 2., 3. und 4. Schuljahr, legt den Fokus auf die Kinderperspektive bei der Leistungsbewertung. Sie zeigt Beispiele auf, wie Selbst- und Fremdeinschätzung aussagekräftiger und transparenter gemacht werden können. Damit wird auf die Notwendigkeit einer pädagogischen Wende der schulischen Leistungsbeurteilung hingewiesen.

Bildungspolitische Brisanzen und gesellschaftliche Veränderungen bilden im Theorieteil den Hintergrund für die Studie. Ergebnisse zu folgenden Forschungsfragen werden vorgestellt: Wie nehmen Grundschulkinder ihre Leistungen wahr? Können sie ihre Leistungen, vornehmlich eigene Texte, sowohl subjektiv als auch sachbezogen einschätzen? Wie korrespondieren Selbst- und Fremdeinschätzung von Leistungen? Welche Praxis der Leistungsthematisierung kann den Selbstreflexionsprozess fördern und differenzieren? Wie lassen sich dialogorientierte Formen der Leistungsrückmeldung durchführen?

Die Ergebnisse resultieren aus vielfältigen Erhebungen im Rahmen eines interdisziplinären Forschungsprojekts. Die beiden für die Untersuchung zentralen Instrumente zur Erforschung des Feldes „Selbst- und Fremdeinschätzung von Texten“ sind schriftliche und mündliche Befragungen und „Kriterienhefte“ zur Selbsteinschätzung eigener Texte, parallel dazu zur Fremdeinschätzung der Texte durch die Lehrerin. Auch die Sicht der Eltern wird eingebracht.

Das Werk gibt vertiefte Einblicke in die Sichtweise von Kindern auf ihre Leistungen; sie vermittelt Anstöße, die Beurteilungspraxis von Texten neu zu denken, und sie liefert Beiträge zur Förderung von Textbeurteilungskompetenz. Lesenwert sind die zugleich treffenden und einfühlsamen schriftlichen Kinderkommentare zu Texten anderer. Eine Herausforderung für die Forschungsarbeit im Grundschulbereich war es, die Kinder mit angemessenen und verständlichen Aufgabenstellungen zu beteiligen. Hier besteht Entwicklungsbedarf.

Das sagen die Kinder zur Praxis der Selbsteinschätzung: „Da weiß man, wie man sich selber findet.“ Und: „Man musste nicht immer nur die Meinung vom Lehrer hören.“

Für die Kinder wurde eine altersgemäße Präsentation des Projekts auf CD ROM erstellt; sie kann von der Verfasserin angefordert werden.

Ihr Werk im Verlag Dr. Kovač

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