Doktorarbeit: Zum Einfluss von Rechnungslegungssystemen auf die Renditeforderungen der Anteilseigner

Zum Einfluss von Rechnungslegungssystemen auf die Renditeforderungen der Anteilseigner

Eine empirische Untersuchung am deutschen Aktienmarkt

Internationale Rechnungslegung, Band 5

Hamburg 2008, 366 Seiten
ISBN 978-3-8300-3727-9 (Print & eBook)

Anteilseignerorientierte Rechnungslegung, Betriebswirtschaftslehre, Empirische Aktienmarktforschung, Fundamentale Wertpapieranalyse, HGB, IAS, IFRS, Internationale Rechnungslegung, Kapitalkosten, Rechnungslegungssysteme, Renditeforderungen, US-GAAP

Zum Inhalt

Mit der zunehmenden Globalisierung unternehmerischer Aktivitäten und dem damit einhergehenden überdurchschnittlichen Anwachsen des Kapitalbedarfs vieler Unternehmen findet zum Ende des letzten und zu Beginn des neuen Jahrtausends vermehrt eine Hinwendung der börsennotierten deutschen Unternehmen zur Rechnungslegung nach IAS / IFRS und U.S.-GAAP statt. Regulierer, Unternehmensvertreter und Nutzer von Rechnungslegungsinformationen vertreten häufig die Auffassung, mit der Umstellung der Rechnungslegung von HGB auf IAS / IFRS und U.S.-GAAP wäre eine Minderung der Renditeforderungen der Anteilseigner verbunden. Als Begründung für diesen Einfluss ziehen sie die weit verbreitete These heran, die nach IAS / IFRS oder U.S.-GAAP erstellten Finanzberichte wiesen im Vergleich zu den nach HGB erstellten Berichten einen höheren Informationsgehalt für die Anteilseigner auf und wären damit nützlicher für die Investitions- und Desinvestitionsentscheidungen der Anteilseigner.

Der Autor eruiert diesen Vorwurf gegenüber der Rechnungslegung nach HGB und analysiert die Frage, ob aus der Umstellung der Rechnungslegung börsennotierter deutscher Unternehmen von HGB auf IAS / IFRS und U.S.-GAAP tatsächlich ökonomische Konsequenzen in Form einer Minderung der von den Anteilseignern geforderten Renditen resultieren. Zu diesem Zweck wird zunächst aufgezeigt, wie der unterstellte Zusammenhang ökonomisch begründet werden kann. Im Rahmen einer eigenen empirischen Untersuchung wird anschließend für die börsennotierten deutschen Unternehmen der tatsächliche Einfluss der Rechnungslegungssysteme auf die Renditeforderungen der Anteilseigner analysiert.

Die Ergebnisse der Untersuchung geben keinen Anlass, die Vermutung von einer eindeutigen Überlegenheit der Rechnungslegung nach IAS / IFRS oder U.S.-GAAP für den deutschen Aktienmarkt weiterhin aufrecht zu erhalten. Dies wirft zwangsläufig die Frage auf, ob die von vielen Kritikern propagierte Abkehr von der Rechnungslegung nach HGB sinnvoll ist oder ob nicht ein Wettbewerb von Rechnungslegungssystemen in Deutschland als vorteilhafter anzusehen ist.



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