Habilitationsschrift: Immun-neuroendokrine Interaktionen und ihre Bedeutung für die Neurobiologie der depressiven Störung

Immun-neuroendokrine Interaktionen und ihre Bedeutung für die Neurobiologie der depressiven Störung

Studien zur Psychiatrieforschung, Band 13

Hamburg 2007, 148 Seiten
ISBN 978-3-8300-3092-8 (Print & eBook)

Depression, Endokrinologie, Gesundheitswissenschaft, Habilitation, Immunologie, Medizin, Neurobiologie, Psychiatrie, Psychoneuroendokrinologie, Psychotherapie, Stressforschung

Zum Inhalt

Depressive Erkrankungen spielen eine immer wichtigere Rolle in der Medizin, vor allem, da ihre Prävalenz in den letzten Jahren immer weiter zunimmt. Darüber hinaus gilt aber, dass depressive Begleiterkrankungen bei fast allen relevanten körperlichen Erkrankungen noch häufiger sind und sie deren Prognose deutlich verschlechtern.

Der junge Wissenschaftszweig der Psychoneuroendokrinolgie versucht seit langem, mögliche Interaktionen zwischen endokrinologischen, immunologischen und neuronalen Systemen aufzuzeigen. In dieser am Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München entstandenen Studie wurde der Versuch unternommen, mittels einer Reihe von humanexperimentellen Studien bei gesunden Probanden und Patienten mit depressiven Erkrankungen Veränderungen im Bereich der immun-neuroendokrinen Regulation zu untersuchen.

Es bestätigten sich die Hinweise darauf, dass bei Depressiven die Stresshormonachse in spezifischer Weise verändert ist und dass diese Veränderungen auch bestimmte Auffälligkeiten in der unspezifischen Immunantwort nach sich zu ziehen scheinen. Dies könnte erklären, warum das Vorliegen einer Depression die Prognose eines Krebsleidens oder einer Herz-Kreislauferkrankung so negativ beeinflusst. Umgekehrt fanden sich auch Hinweise darauf, dass alleine eine solche Veränderung im Bereich hormoneller und immunologischer Systeme depressive Symptome auslösen.

Körperliche Erkrankungen und Depressionen sind also in komplexer Weise miteinander verzahnt – die Ergebnisse dieser Studie sollten Ärzte und Therapeuten aller Fachrichtungen darin bestärken, psychische wie körperliche Symptome bei ihren Patienten zu beachten und beides zu behandeln, um deren Prognose in jeder Hinsicht zu verbessern.



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