Doktorarbeit: Förderung des Textverstehens

Förderung des Textverstehens

Prüfung der differentiellen Wirksamkeit eines strategieorientierten Unterrichtsprogramms

Schriften zur pädagogischen Psychologie, Band 21

Hamburg 2006, 234 Seiten
ISBN 978-3-8300-2230-5 (Print)

Deutschunterricht, Lesekompetenz, Lesestrategie, Moderatoreffekt, Pädagogik, Psychologie, Selbstreguliertes Lernen, Training, Unterrichtsforschung

Zum Inhalt

Schwierigkeiten im Textverstehen können auf nicht ausreichend automatisierte Dekodierprozesse, einen unzureichenden Wortschatz, Defizite im Wissen und in der Anwendung von Lesestrategien sowie auf ein fehlendes Leseinteresse zurückgeführt werden. An diesen Hauptursachen können Interventionsmaßnahmen ansetzen.

Zielsetzung der Arbeit ist es, ein strategieorientiertes Programm in den Deutschunterricht fünfter Klassen in Haupt-, Real- und Gesamtschulen zu integrieren und auf seine Wirksamkeit zu prüfen. Dabei wird untersucht, ob Schüler mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen und ob Schüler mit Migrationshintergrund in gleichem Maße von einer Lesestrategieförderung profitieren.

Zur Untersuchung der Fragestellung kam eine niveauadaptierte Fassung des von Mokhlesgerami (2004) in Gymnasien evaluierten „Textdetektive-Programms“ zum Einsatz, das von 17 Deutschlehrerinnen im Laufe eines Schulhalbjahres durchgeführt wurde. Dieses Programm basiert auf kognitionspsychologischen Modellen des Textverstehens und soll die Fähigkeit zum selbstständigen systematischen und strategischen Umgang mit Texten fördern.

Insgesamt erwies sich das Programm im Vergleich mit einer Kontrollgruppe, in der regulärer Deutschunterricht stattfand, kurzfristig überlegen. Es zeigte sich, dass die mit dem Programm geförderten Schüler Lesestrategien besser und situationsangemessener auswählen und anwenden konnten. Das Textverstehen und das Selbstwirksamkeitserleben verbesserten sich hingegen nicht. Differentielle Effekte waren keine zu beobachten. Damit zeigte sich, dass alle Schüler, ungeachtet ihrer Lernvoraussetzungen und ihres Sprachhintergrunds, relevantes Strategiewissen erwerben und anwenden konnten.

Die Resultate der Arbeit weisen insgesamt auf Schwierigkeiten in der langfristigen Weiterführung der Strategien im regulären Unterricht von Seiten der Schüler hin. Daraus lässt sich schließen, dass die Fähigkeit zum selbstständigen und flexiblen Strategieeinsatz bei schwachen Schülern einen langwierigen Prozess darstellt, der durch die Lehrperson auch über das Programm hinaus noch stark angeleitet und unterstützt werden muss.



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