Angela Vaupel Frauen im NS-Film
Unter besonderer Berücksichtigung des Spielfilms
Hamburg 2005, 220 Seiten
[…] Nach eingehender Analyse kann Vaupel nachweisen, dass in den untersuchten Filmen die Vormachtstellung des Mannes nie in Frage gestellt wird. Wird eine Frau einmal als selbstbewusste Berufstätige dargestellt, ist sie doch bereit, für […]
Zum Inhalt
Sowohl die ideologisch durchfärbten „Dokumentarfilme“ als auch die großen Spielfilmproduktionen des Dritten Reiches waren eigens dafür geschaffen, das Kinopublikum zu indoktrinieren. Sie schufen damit die indirekte Basis für die Akzeptanz des faschistischen Systems in der Bevölkerung. Doch auch die weniger erfolgreichen und seichten Unterhaltungsfilme der NS-Filmproduktion dienten trotz ihres oberflächlich betrachtet unpolitischen Inhalts der umfassenden Manipulation des ab 1940 vorwiegend weiblichen Publikums.
Diese Studie untersucht die Problematik der filmischen Konstruktion von Weiblichkeit im Spannungsfeld von NS-Ideologie und -Propaganda in den Unterhaltungsfilmen des Dritten Reiches. Die besondere Rolle und das Image von Frauen werden ausführlich anhand exemplarischer Filme der Genres Melodram, Komödie, Musikfilm, Historienfilm und NS-Dokumentarfilm dargestellt und mit der nationalsozialistischen Wirklichkeit in Beziehung gesetzt. Dabei werden Einblicke in die Wirkungspsychologie und in Aspekte der feministischen Filmtheorie geboten. Abgerundet wird die Untersuchung durch konkrete Filmanalysen von insgesamt 15 typischen Filmproduktionen des Drittes Reiches.
Bibliografische Daten
| Autor | Angela Vaupel |
| Titel | Frauen im NS-Film |
| Untertitel | Unter besonderer Berücksichtigung des Spielfilms |
| Seiten | 220 |
| Erscheinungsjahr | 2005 |
| Ort | Hamburg |
| ISBN (Print) | 978-3-8300-1752-3 |
| eISBN (eBook) | 978-3-339-01752-9 |
| Schriftenreihe | Schriften zur Medienwissenschaft |
| Band | 9 |
Rezensionen
[…] Nach eingehender Analyse kann Vaupel nachweisen, dass in den untersuchten Filmen die Vormachtstellung des Mannes nie in Frage gestellt wird. Wird eine Frau einmal als selbstbewusste Berufstätige dargestellt, ist sie doch bereit, für den ‘richtigen‘ Mann ihre Autonomie sofort aufzugeben. Die Frauen entsprechen dem NS-Ideal vom ‘Fräulein‘- bzw. Kameradinnentyp mit Mütterlichkeitsappeal.
[…] Die Filmforschung hat sich bisher kaum mit dem Bild der Frauen im Film des Dritten Reiches beschäftigt. Studien wie die von Angela Vaupel sind daher immer noch Pionierarbeiten auf einem bisher wenig bearbeiteten Feld.
[…] Angela Vaupel hat eine lesenswerte Studie zum Thema vorgelegt. Dass sie zugleich neugierig auf weitere Nachforschungen macht, ist ein zusätzlicher Verdienst dieser Arbeit.
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