Sammelband: Neue Forschungen zur englischen und amerikanischen Literatur

Neue Forschungen zur englischen und amerikanischen Literatur

POETICA – Schriften zur Literaturwissenschaft, Band 57

Hamburg 2001, 192 Seiten
ISBN 978-3-8300-0458-5 (Print)

American Renaissance, Amerikanische Literatur, Anglistik, Englische Literatur, Irische Literatur, Literaturwissenschaft, Postcolonial Studies, Südafrikanische Literatur, Utopie

Zum Inhalt

Die hier gesammelt vorliegenden Beiträge beschäftigen sich mit ausgewählten Einzelaspekten der englischen und amerikanischen Literatur seit dem siebzehnten Jahrhundert. Ihr gemeinsames Ziel ist es, der besonderen Position des einzelnen Textes als einem Element der jeweiligen Kulturlage Rechnung zu tragen, dem er aus historischer Sicht angehört, und dabei jene verborgenen Vernetzungen und Wechselbeziehungen zwischen kulturellen Diskursen und sozialen Handlungsformen wieder zur Ansicht zu bringen, die eine überwiegend historisch und werkneutral verfahrende Lektüre unter ihren Methodenzwängen verschüttet hat.
Dabei unterhalten die einzelnen Beiträge eine enge Fühlung mit dem in der gegenwärtigen Kultursemiotik populären Bemühen, aus der Gegenüberstellung von Texten unterschiedlichster Herkunft die Evidenz von wechselseitigen Bezugnahmen und Plausibilisierungen zu beziehen. Literaturgeschichte und Literaturkritik, so der hier wirksame Gedanke, sind nicht unabhängige Einzeldisziplinen, die ihren individuellen Beitrag zur kulturellen Verständigung leisten, sondern bilden selbst ein intrinsisches Moment jener dynamischen kulturhistorischen Entwicklung, die sie zu objektivieren und illustrieren vorgeben. Sie sind selbst ideologisch vorbelastet und treten damit in voreingenommener Weise dem Material gegenüber, das ihren primären Untersuchungsgegenstand bildet.

In diesem Sinne lässt sich diese Aufsatzsammlung auch am treffendsten als eine Art Einladung zur ‘Feldforschung‘ begreifen: Sie bemüht sich um die Schaffung einer Schnittstelle zwischen historisch oder kulturell getrennten Bedeutungswelten und den sie generierenden und interpretierenden Diskursen und fordert dazu auf, die innere Heterogenität und Spannungshaftigkeit der jeweils in Frage stehenden Epoche auf sich wirken zu lassen, ohne sie - wie sonst allgemein üblich im literaturwissenschaftlichen Diskurs - auf allgemeine Begriffe zu bringen. Wo sie die kritische Sonde an eine bestimmte Epoche, Reihe oder Einzelveröffentlichung legt, ist es ihr Anliegen, die besonderen Züge im Auge zu behalten, über die sich der betreffende kulturelle Moment mit unserer eigenen Zeit und Sensibilität verständigt.

Gegenstand der Analyse sind unter anderem der Zusammenhang von Dekonstruktion und Romanze im Werk Nathaniel Hawthornes, die Rolle der Naturwissenschaften im Werk Margaret Cavendishs, naturalistische Ausdrucksformen im Werk Thomas Hardys und George Gissings, die moderne Lyrik in Südafrika, der utopische Roman in Irland, Großbritannien, Québec und den USA sowie die Dichtung Geoffrey Hills.



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