Doktorarbeit: Pflegesatzverhandlungen in Deutschland

Pflegesatzverhandlungen in Deutschland

Eine ökonomische Untersuchung unter besonderer Beachtung der Schiedsstellen nach §18a des Krankenhausfinanzierungsgesetzes

Schriftenreihe volkswirtschaftliche Forschungsergebnisse, Band 62

Hamburg 2000, 272 Seiten
ISBN 978-3-8300-0279-6 (Print)

Krankenhausfinanzierung, Krankenversicherung, Lobbyingmodell, Pflegesätze, Pflegesatzverhandlung, Schiedsstelle, Spieltheorie, Verhandlungstheorie, Volkswirtschaftslehre

Zum Inhalt

Gegenstand dieser Arbeit ist eine ökonomische Analyse der Pflegesatzverhandlungen zwischen Krankenhaus- und Krankenversicherungsseite als wichtigem Bestandteil der deutschen Krankenhausfinanzierung. Von besonderer Bedeutung sind hierbei die Schiedsstellen nach § 18a des Krankenhausfinanzierungsgesetzes. Diese Schiedsstellen sind Institutionen, die bei Nichteinigung von den Verhandlungspartnern angerufen werden können, um eine Entscheidung herbeizuführen.

Bei den Pflegesatzverhandlungen können in Abhängigkeit der institutionellen Ausgestaltung der Verhandlungen zwei Arten von Ineffizienzen auftreten: Zum einen ist zu überprüfen, wie das Verhandlungsergebnis (so z.B. die ausgehandelte Budgethöhe) unter Effizienzaspekten zu bewerten ist. Zum anderen können Ineffizienzen aufgrund von Verhandlungsverzögerungen, Schiedsstellenverfahren eingeschlossen, bestehen.

Die hier vorgestellte Arbeit untersucht, ob die Pflegesatzverhandlungen bei Beachtung der Schiedsstellen effizient ablaufen und, wenn nicht, durch welche institutionellen Veränderungen Effizienz erzielt werden kann. Die Analyse erfolgt im Rahmen eines spieltheoretischen Verhandlungsmodells: Die Krankenversicherungs- und die Krankenhausseite maximieren hierbei als rationale Akteure spezifizierte Zielfunktionen, beachten dabei allerdings auch ihre Einschätzungen über das Verhalten des anderen Akteurs.

Bei der Untersuchung des Verhaltens dieser interagierenden rationalen Akteure lassen sich auch die Auswirkungen der institutionellen Rahmenbedingungen auf das Verhalten der Akteure aufzeigen. So wird im Modellteil das Verhandlungsergebnis in Abhängigkeit von den institutionellen Ausgestaltung der Verhandlungen ermittelt und es werden theoretische Begründungen für Verhandlungsverzögerungen dargelegt.

Außerdem erfolgt im Rahmen der Arbeit ein Vergleich der Modellergebnisse mit dem empirischen Befund zu den Pflegesatzverhandlungen und Schiedsstellenverfahren. Dabei werden insbesondere empirische Resultate einer selbst durchgeführten Umfrage herangezogen.



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