Habilitation: Mehrsprachigkeit und Identität
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Mehrsprachigkeit und Identität

Zur Identitätskonstruktion mehrsprachiger Minderheiten am Beispiel der Kui in Nordostthailand

Schriften zur Vergleichenden Sprachwissenschaft, Band 36

Hamburg , 490 Seiten

ISBN 978-3-339-12804-1 (Print)
ISBN 978-3-339-12805-8 (eBook)

Zum Inhalt deutsch english

Fragen zur Identität sind gegenwärtig sehr präsent, wenn sie nicht gar eine wachsende Bedeutung erfahren. Das Konzept der „sprachlichen Identität“ wird in dieser Monographie ganz grundlegend und unter Einbezug der Wissens- und Forschungsstände anderer Grundlagendisziplinen wie der Soziologie, Psychologie und Philosophie bearbeitet, nicht zuletzt, weil die überwiegende Literatur aus diesen Fachgebieten stammt. In sprachwissenschaftlichen Arbeiten werden zumeist lediglich die Terminologien jener Disziplinen übernommen, ohne diese auf eine tatsächliche Passung zu reflektieren.

Unter Einbeziehung sozialpsychologischer Gesichtspunkte nähert sich die Autorin der Identitätsentwicklung der mehrsprachigen Kui an. Dabei wird im Besonderen die Rolle der Sprache im Prozess der Identitätskonstruktion verhandelt. Die Studie beleuchtet die sogenannte „sprachliche Identität“ Mehrsprachiger, um daraus entstehende Entwicklungen in mehrsprachigen Gesellschaften abzuleiten. Ausgehend von der subjektiven Wahrnehmung des Individuums (Mikroebene) werden mögliche Auswirkungen auf der gesellschaftlichen Makroebene betrachtet.

In sprachwissenschaftlichen Arbeiten meist als „sprachliche Identität(en)“ bezeichnet, wird der Terminus „Identität“ in der Regel verwendet, ohne dessen Nutzen für den sprachwissenschaftlichen Zusammenhang zu prüfen. So ist es zwar richtig, dass sich die Begriffe „Identität“ und „sprachliche Identität“ in den Publikationen der letzten Jahre vermehrt finden; eine nähere Auseinandersetzung mit den dahinterliegenden Definitionen und eine Überprüfung der grundsätzlichen Passung der Zusammenstellung „Identität“ und „Sprache“ findet sich aber höchstens in Ansätzen. Diese Lücke sucht das vorliegende Buch am Beispiel der Minderheit Kui zu schließen, die im Grenzgebiet von Thailand, Laos und Kambodscha leben.

Mit einer umfassenden Auseinandersetzung mit dem Konzept einer „sprachlichen Identität“ leistet der Band einen Beitrag zur Weiterentwicklung der typologischen Sprachwissenschaft, der über eine bloße Übernahme von Terminologien aus anderen Fachdisziplinen hinausgeht. Damit leistet das Werk nicht nur einen Beitrag zur Mehrsprachigkeits- und Minderheitensprachenforschung, sondern auch für die Forschung zu mehrsprachigen Kontaktphänomenen und Identitätsfragen in der typologischen Sprachwissenschaft.

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