Dissertation: Gottfried von Weißeneck, Bischof von Passau (1342–1362)

Gottfried von Weißeneck, Bischof von Passau (1342–1362)

Studien zur Geschichtsforschung des Mittelalters, Band 38

Hamburg , 386 Seiten

ISBN 978-3-339-11076-3 (Print)
ISBN 978-3-339-11077-0 (eBook)

Rezensionen

[...] Die Arbeit ist für die künftige Beschäftigung mit den Urkunden der spätmittelalterlichen Bischöfe von Passau ebenso bedeutsam wie für eine vertiefte Darstellung der Geschichte des Bistums. Die weitere Erforschung des südöstlichen Bayerns und vor allem auch des heutigen Österreichs hat mit der Arbeit eine bedeutsame Ergänzung erhalten.
in: Savigny Zeitschrift für Rechtsgeschichte, ZRG GA 106 (2020)
Braucht man ein ganzes Buch über einen Bischof, der, so das Resümee der Autorin, „in vielerlei Hinsicht ein unspektakulärer Herrscher im positiven Sinn“ (S. 244) war? Abgesehen von der klassischen Gegenfrage „Warum nicht?“ erlaubt ein unspektakulärer Pontifikat, die Tätigkeit eines Bischofs quasi im Alltag, ohne gröbere Störungen und Verwerfungen, zu beobachten, soweit es die Quellen zulassen. [...]
Die Autorin bereitet ihre Herausgabe im Rahmen der von Egon Boshof begründeten und unter der Leitung von Franz-Reiner Erkens weitergeführten Regesten der Bischöfe von Passau vor, von denen zwischen 1992 und 2014 vier Bände erschienen, die bis zum Jahr 1319 reichen. Der fünfte Band soll die Regesten für die Bischöfe Albrecht von Sachsen-Wittenberg (1320–1342) und eben Gottfried von Weißeneck enthalten. Das Buch, die Dissertation der Autorin, möchte man als dem Protagonisten, wie er in ihm erscheint, angemessen bezeichnen: Systematisch, solid und umsichtig arbeitet Dangl die verschiedenen Aspekte der Amtsführung Gottfrieds nacheinander ab, stets in direktem Bezug auf die Quellen und mit guter Kenntnis der überregionalen wie der lokalen Literatur von den „Vorträgen und Forschungen“ bis zur Mühlviertler Zeitschrift „Windegger Geschehen“ und bis knapp an das Erscheinungsdatum des eigenen Bands. Am Ende jedes Kapitels werden die Ergebnisse gebündelt präsentiert. [...]
Ein Register fehlt leider, wird aber im Regestenband in gewohnter Ausführlichkeit geboten werden;
in: Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, MIÖG 129 (2021)

Zum Inhalt

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Die Regierungszeit des Passauer Bischofs Gottfried von Weißeneck (1342-1362) liefert nicht nur neue Erkenntnisse für die unmittelbare Lokal- und Regionalgeschichte der Dreiflüssestadt Passau, sondern deckt einen weiteren Horizont ab: Zum einen erstreckte sich der Zuständigkeitsbereich der damaligen Bischöfe weit über das Stadtgebiet hinaus; zum anderen lassen sich anhand eines regionalgeschichtlichen Gegenstands auch einige grundsätzliche Fragen beantworten. Genau wie die anderen hoch- und spätmittelalterlichen Bischöfe des römisch-deutschen Reiches hatte Gottfried von Weißeneck eine Doppelfunktion. Als Landesherr übte er die weltliche Herrschaft in seinem Fürstentum, dem Passauer Hochstift („Abteiland“), aus; als geistlicher Oberhirte war er verantwortlich für das Seelenheil der Menschen im Bistum Passau, das eines der größten im Reich war und entlang der Donau von der Isarmündung bei Deggendorf bis zur ungarischen Grenze jenseits von Wien reichte.

Die überlieferten Quellen gewähren umfassende Einblicke in die Verwaltungsroutine eines Bischofs in der Mitte des 14. Jahrhunderts. Zugleich wird aber auch die zentrale geopolitische Stellung von Stadt und Hochstift deutlich: Passau lag im Schnittpunkt zwischen dem Herzogtum Bayern, dem Herzogtum Österreich und dem Königreich Böhmen – und damit der Territorien der drei wichtigsten Fürstenfamilien des Spätmittelalters. Passau wurde deshalb immer wieder für Fürstentreffen zwischen Wittelsbachern, Habsburgern und Luxemburgern genutzt; Bischof Gottfried präsentierte sich bei diesen Gelegenheiten als fähiger Gastgeber, der der logistischen Herausforderung solcher Veranstaltungen durchaus gewachsen war. Besonders eng war seine politische Beziehung zum habsburgischen Herzog Rudolf IV. (1358-1365), den er (wenn auch vermutlich unbewusst) bei der Verbreitung der österreichischen Freiheitsbriefe („Privilegium Maius“) unterstützte.

Die übersichtlich strukturierte und gut lesbare Arbeit wird ergänzt durch über 500 Regesten, die zur weiteren Erforschung angrenzender Themenkomplexe einladen.

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